176 Vorbereitung, Beschickung und Eröffnung der Ausstellung.
lende herbei. Gemäß einer am 11. März 1851 gehaltenen Berathung zwischen denKommissaren von Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg und Hessen wurden diesämmtlichen Gegenstände, so viel als thunlich, nach den vorgeschriebenen 30 Klaffengeordnet, dabei jedoch, den Wünschen Sachsens und Württembergs entsprechend, dieErzeugnisse der II. und III. Sektion aus ihren Gebieten nebeneinander aufgestellt.Znr Aufstellung der kleineren Kunstwerke, der kostbaren Gold- und Silberarbeiten,wurde die Errichtung einer gemeinschaftlichen Halle beschlossen und der .Kommissarfür Preußen bevollmächtigt, die baulichen Anlagen und Einrichtungen zu den Tischenund Wänden auf gemeinschaftliche Kosten auszuführen. Der Ban und die Aus-schmückung der Centralhalle wurde dem Preußischen Kommissar allein, die Aufstellungund Ausschmückung der Tische, Wände ic. den sämmtlichen Kommissaren überlassen.
Wenn von Einigen die ällzngroße Einfachheit dieses Arrangements gerügt ist,so mag nicht unbeachtet bleiben, daß der Zweck einer genauen Besichtigung und ver-gleichenden Prüfung der ausgestellten Waaren hier mehr gefördert war, als beimanchen in verschlossenen Schränken bewahrten, oder unter den Draperien fast ver-schwindenden Artikeln anderer Länder, und daß die etwa noch gewünschte Umgebungder Gegenstände mit Glastafeln und Vorhängen Sache der Aussteller selbst war,deren auch Mehrere dergleichen arrangiren ließen. Vor Eröffnung der Ausstellungwaren indessen nur wenige Deutsche Aussteller nach London znr Mitwirkung beimAuspacken und bei der Aufstellung ihrer Gegenstände gekommen, und nur einige 60Aussteller ließen sich durch Agenten vertreten; es mochte deshalb von den meistenDeutschen Ausstellern selbst auf eine Lei uns ungewöhnliche, nnr dem äußern Glanzgewidmete Ausstattung Wohl kein Werth gelegt werden.
Die Aufstellung erfolgte nach den vom Exekutiv -Kommittee gegebenen Haupt-abtheilungen. Auf der Südseite unten') befanden sich Bergbau und Hüttenerzeng-uisse, welche eine so bedeutende Stelle in der deutschen Industrie einnehmen, in geord-neten Serien, chemische Präparate und seltene Minerale; Farben, besonders Smalteund Ultramarin, Getraide, Mehl, Tabacke, Rohseide, Seifen, Lichte, Flachs undWolle, wobei ein in seinem Fließe prangender Sächsischer Bock und das lebensgroßePortrait eines Posenschcn die Aufmerksamkeit auf sich zogen. In den anstoßenden Räu-men nach dem Mittelschiff zu hingen Wachstuche, Kattune, bnntgewebte Baumwoll-waaren, Möbelstoffe, Planensche Weißwaaren, Strnmpfwaaren, glatte Wollwaaren,"Tuche und Streichwollwaare», welche 6 Quadrate füllten, Wollsammele, Teppiche,Mantelstoffe, Seidenwaaren von Berlin, Elberfeld, Krefeld n. A,, Leder- und Pelz-waaren, Karten, Papierwaaren und mannigfaltige Artikel für Bekleidung und Aus-schmückung in langen Reihen stattlicher Logen dem Auge des Besuchers offen.
In dem nördlichen Erdgeschoß war die geschmackvolle Centralhalle mit denfeineren, einer ruhigen Umgebung und eines gemilderten Lichtes bedürfenden Mar-mvrwerkcn, Gold- und Silber-, Schnitz- und Papicrmachöwaaren, Juwelen, Vasen,Spiegel, Porzellan, Elfenbeinschnitzereien, Tabletterie: die Nischen an den vier Eckenwaren gefällig mit Kunstwerken ausgestattet. Daneben befanden sich Solinger Waffen,Feuergewehre, Messer und Scheeren, Achat- und Bernsteinsachen, Metlacher Geschirr,Glaswaareu, Bronzen u. A. In dem dahinter befindlichen Saale waren die.Maschinenund Metallwaaren, Steinarbeiten, Scheer- und Münz-Maschinen, Messing-, Eisen-und Stählwaaren von Remscheid, Lndenscheid und Solingen , Eisengußwaaren, Geld-schränke, Oefen, Wagen, Modelle.
In der anstoßenden Norddeutschen Abtheilung waren die eingelegtenMöbel, Hvrnschnitzereien, Elfenbeinarbeiten, Stöcke, Peitschen, Büchsen und Pistolen,Modelle, Glasarbeiten, Leinen- und Wollenwaaren, Kunstwerke und Kompositio-nen mit weiß und rothe» Draperien arrangirt und mit Hanseatischen Fahnen ge-schmückt.
Besondere Erwähnung verdient das geschmackvolle Arrangement der kleinen