200 l- Klasse. Bergbauerzengniffe rc.
so werden sie sogleich nach dem Verschiffungsorte geschafft. Das durchdas Sieb gehende Kohlenklein wird in besonderen Gefäßen aufgefangenund forttransportirt.
Außer der Schachtförderung mittelst der Dampfmaschine ist inEngland, namentlich in Süd-Wales , noch eine zweite Art der Schacht-förderung gebräuchlich, die in der Ausstellung durch ein Modell derEbbew. Vale Jron Kompanie repräsentirt ist, in der Benutzungdes Wassers als Gegengewicht für die zu hebende Fördermasse besteht,und in Wales unter dem Namen äV-Uer bslance pit bekannt, auchschon lange auf Deutschen Bergwerken in Anwendung gekommen ist.
Ueber dem Schachte steht ein eisernes Gerüst nebst Rad mitBremöwerk. Ueber das Rad geht eine Kette, an deren Enden eiserneKübel von solchen Dimensionen aufgehängt sind, daß ein Wagen mitdem gewöhnlichen Förderquantum von 20 bis 25 Centner darauf ge-schoben werden kann. Befindet sich nun der brladene Kübel auf derSohle, und der leere auf der Hängebank, so wird durch eine besondereVorrichtung so lange Wasser in denselben gelassen, bis er zu sinken an-fängt, wodurch natürlich der beladene Kübel in die Hohe gehoben wird.Mit dem Bremswerke regulirt der Arbeiter die Geschwindigkeit. ZurErhaltung des Gleichgewichtes sind die Böden der Kübel durch eineim Schachte frei hängende Kette, von gleicher Lange und Schwere wiedie Zugkette, verbunden. Außerdem hat jeder Kübel zwei von Hänge-bank bis Sohle gehende eiserne Rundstäbe zur Leitung. Aus der Sohlewird das Wasser aus dem Kübel abgelassen und entweder durch Stollenabgeführt, oder durch besondere Maschinen zu Tage gepumpt.
Wenngleich diese Art der Förderung in vielen Fällen, namentlichbei einem isolirt stehenden Schachte, zu verwerfen sein möchte, so bie-tet sie doch wegen ihrer geringen Anlage- und Unterhaltungskosten undguter Leistungen wesentliche Vortheile, wenn sich günstige Lokalitäten,wie z. B. in Wales , darbieten, wo man oft 6 und mehrere Schächte,mit derartigen Fördervorrichtungen versehen, auf einen Flügel stellt unddas verbrauchte Wasser einer gemeinschaftlichen Wasserhebungsmaschinezuführt.
In Wales hat man diese Fördervorrichtung bis zu etwa 100 YardsTiefe als zweckmäßig gefunden, über diese Grenze hinaus zieht manaber die Förderung mit der Dampfmaschine vor.
C. H. Waring zu Neath Abbey hat eine neu erfundene Ma-schine zur Gewinnung von Kohlen ausgestellt. Es sind zwei getrennteMaschinen, von denen die eine mit horizontalem Rade zum Unterschrä-men, die andere mit zwei vertikalen Rädern für den senkrechten Schrämversehen ist, welche an ihrer Peripherie zwei gegeneinander überstehendeStahlschneiden haben und durch Menschenkraft mittelst Kurbel und Vor-gelege bewegt werden. Eine Vortheilhafte Anwendung dieser Vorrich-tung ist kaum zu erwarten.