222 I. Klasse. Bergbaiterzeuginffe rc.
betrieb, andern Theils durch die in England herrschende Vorliebe fürornamentale Verzierungen in Zimmern, Gärten rc. bedingt ist.
W. und I. Frecmann, W. Sparks, I. C. Long und W. Simin London haben wohl die besten und vollständigsten Sammlungen fastaller oben genannten Baumaterialien aus allen wichtigern FundortenEnglands ausgestellt.
Besonders beachtenswert!) sind aber wegen der Güte ausgestelltereinzelner Materialien:
I. H. Meredith zu Fowey in Cornwall . Polirte Porphyr-tafeln von ansehnlicher Größe und schönen Farbenzeichnungen, nament-lich einige Varietäten in grauen, hell- und dunkelrothem Grunde mitweißem Feldspat!) und schwarzem Quarz; besonders ausgezeichnet abereine schwarze hornblendchaltige Grundmasse mit rothem Feldspats».
I. Hall zu Derby. Schwarzer Marmor, ohne die geringsteAder einer anderen Farbe, Rosenholzmarmor, Alabaster und Flußspats»aus Derbyshire geben das Material zu Vasen, Schrcibzeugen, Kami-nen und Ornamenten ähnlicher Art. Zu gleichen Zwecken wird auchder schöne Serpentin in seinen grünen, gelben und rothen Varietätenvon John Organ zu Penzance in Cornwall verwendet.
Th. Grissell hat den Kalkstein der Zechsteinsormation von An-ston in Aorkshire ausgestellt. Es ist dies ein feinkörniger Kalksteinvon gleichmäßiger Härte und angenehmer, gelblicher Farbe, der sichleicht und scharfkantig ausarbeiten läßt und der Einwirkung der Witte-rung gut widersteht. Dieses Material ist zur Erbauung des neuenPalastes von Westminster für das Englische Parlament verwendetworden.
8. Die Thonschiefer
von Schottland, namentlich aber die von Nord-Wales , werden inneuester Zeit zu den mannigfachsten Zwecken, als zu Dachbedeckungen,Bänken, Tischen, Grabsteinen, Cistcrnen, Gerinnen, Säulen, Bädern-Schreibzcugcn rc. angewendet und ist daher deren Gewinnung zu einerbedeutenden Höhe gestiegen, wie dies die Brüche von Nord-Wales be-weisen. Viele dieser Brüche find sehr günstig für die Schicfergcwinnunggelegen, wie z. B. die Brüche oberhalb der Llanbcris-Seen aus der nörd-lichen Seite des Snowdon, des höchsten Berges in Wales . Die Ge-birgsabhänge sind sehr steil. Die Schichten stehen fast auf dem Kopfeund haben weit auseinanderliegende Querabsonderungen, wodurch dieGewinnung sehr großer Tafeln möglich wird.
Der Betrieb dieser Steinbrüche ist sehr wohl geordnet. Der ganzeAbhang ist in 3 bis 4 Terrassen getheilt. Jede Terrasse zerfällt ineine entsprechende Anzahl von etwa 3 Fuß breiten Straßen, auf welchesich die Arbeiter an einem oberhalb des Bruches befestigten Seile herab-lassen, sich an demselben befestigen und mit einem langen eisernen Meisel-bohrer, ohne Anwendung des Fäustels, die Löcher einstoßen. Zur Ver-