Band 
Erster Theil.
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1. Klasse. Bergbaucrzcugmsse rc.

In der Stahlfabrikation zeigt sich manches Neue, was beweist,wie sehr man derselben, die als Grundlage einer Menge kleinerer Ge-werbe dient, die wohlverdiente Aufmerksamkeit schenkt. Der von F-Krupp in Essen angefertigte Guststahl gehört zu den besten Erfolgenin der ganzen Ausstellung. Es ist dieser thätige Fabrikant der erste,dem es gelungen ist, Gußstahl in solchen großen und durchaus gleich-förmigen Stücken zu erzeugen, wie sie bis zu 4300 Pfund schwer aus-gestellt sind, wodurch dem Stahl in viele Gewerbszweige, in denen mansich bis jetzt mit einem geringeren Material begnügte, Eingang ver-schafft wird, und somit eine höhere Vollendung einzelner Fabrikate er-reicht werden kann. Die Anwendbarkeit dieses Gußstahles hat der Fa-brikant durch mehre Gegenstände, namentlich ein Paar gehärtete, aufshöchste polirte Walzen, Federn und Aren für Eisenbahnwagen, eineOpfündige Kanone rc. gezeigt.

Lehrkind, Falkenroth und Comp. zu Haspe haben nach demPatent von E. Riepe im Puddlingsofen erzeugten Stahl zur Ausstel-lung geliefert, der sich durch Güte und Billigkeit auszeichnet. Es istzwar nicht neu, Stahl im Puddlingsofen zu erzeugen, und schon vorvielen Jahren durch Mushet in England geschehen. Allein erstdurch die Versuche, welche verschiedene Westfälische Puddling-werke in den letzten Jahren mit großer Betriebsamkeit und Ausdauerdurchgeführt haben, ist diese Methode zu einer praktischen Bedeutunggelangt, indem man nämlich jetzt mit größter Sicherheit den Frisch-prozeß in dem Stadium unterbricht, wo dem Roheisen der entsprechendeTheil des Kohlcnstoffgehaltes entzogen ist. Früher waren die Resultatehöchst unsicher, und es blieb mehr dem Zufall überlassen, ob der erzeugteStahl den richtigen Kohlenstoffgehalt hatte oder nicht. Die Durch-führung einer rationellen Betriebsmethodc bei der Stahlpuddlingsfri-scherei bleibt jedenfalls einer der wichtigsten Fortschritte, die in neuererZeit in der Metallurgie gemacht worden sind, und gebührt das Ver-dienst dieses Fortschrittes lediglich unsern Landsleuten. Voraussichtlichwird diese neue Methode eine große Umwandlung, sowohl der bisheri-gen Stahlfrischcrei bei Holzkohlen, als der Ccmentstahlfabrikation hervor-bringen, und es ist nicht unmöglich, daß mit der Zeit bei dem ordi-nären Puddclstahl jeder Preisunterschied gegen gutes Stabeisen ver-schwinden wird.

Böing, Röhr und Lefsky zu Limburg an der Lenne haben eben-salls im Puddlingsofen erzeugten Stahl ausgestellt.

F. Loh mann in Mitten hat aducirten Stahl geliefert; derselbe -soll durch Umgießung von Siegner Rohstahleisen in passende Stäbe er-zeugt sein, denen der Kohlenstoff durch ein besonderes Verfahren, ohnederen Form umzuändern, soweit entzogen wurde, daß dieselben alsStahl erschienen, worauf sie dann in die verlangten Formen ausgerecktwurden. Das Gefüge des Stahls erscheint zart und gleichmäßig; bc-