Band 
Erster Theil.
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z. 19. Deutsches Eisen und Stahl. 233

denkt man aber, daß ein großer Theil der, dem Roheisen beigemengtenfremden Substanzen in den Stahl übergeht, so erscheint das Ergebnißetwas zweifelhaft. Etwas Aehnlicheö befindet sich in der Englischen Sektion von H. W. Schneider zu Ulvcrstone in Lancashire ausge-stellt, wobei angegeben wird, daß aus einer Mischung von Rotheisen-stein und Roheisen in einem Flammofen, ohne die Masse zu schmelzen,Stabcisen und Stahl erzeugt sei. Nähere Angaben über das Verfah-ren fehlen. Es scheint aber eine besondere Aufmerksamkeit und Geschick-lichkeit Seitens des Arbeiters zu erfordern, den Prozeß so zu leiten,daß durch die Wechselwirkung des Sauerstoffes im Rothcisenstcin unddes Kohlenstoffes im Roheisen, der erstere reduzirt und das letztere soweit entkohlt wird, um das verlangte Resultat zu erreichen.

Die Ausstellung von F. Huth und Comp. in Hagen war vorerstinteressant durch die Vollständigkeit, mit der nicht blos alle SortenSchmelz-, Raffinir-, Puddel-, Cement-und Gußstahl, sämmtlich eigenerFabrikation, sondern auch die zu deren Darstellung erforderlichen Roh-stoffe und Hülfsmaterialien in allen Stadien der Weiterverarbeitung(Eisen- und Spatheisenstcin, Roh- und Rohstahleisenstcin, Eisen zurCcmcntstahlfabrikation, Thonerde, Ziegclmasse und KoakS) vorgeführtWurden. Von seinen Fabrikaten zeichneten sich insbesondere einige seineGußstahlsortcn aus, die einzigen dieser Art in der Zollvereins-Aus-stellung, deren Qualität große Anerkennung gezollt ward. Es befandensich darunter zwei Sorten schweißbaren Gußstahls zu 6 Sgr. pro Pfund.F. Huth betreibt die Schmiederei auf einem neuen Hammerwerk,nach Smcaton'schcm System eingerichtet.

P. Harkort und Sohn zu Wetter sandten eine Sammlung vonCemcntstahl, sowie Messer-, Sensen-und Degenklingenstahl. Kissingund Möllmann zu Jserlohn hatten gut gearbeitete Muster von Weiß-blech, Eisen- und Messingdraht, und C. Schleicher zu Aachen trefflicheProben von Kupfer- und Gußstahldraht, letzterer aber aus EnglischemRohmaterial gefertigt, geliefert.

An hierher gehörigen Sammlungen von Erzen sind zwei vorhanden.Die eine, durch die Herzogliche Bergbauverwaltung zu Wiesbaden imNamen der Gewcrke von Nassau ausgestellt, begreift, außer denreichen Roth-, Braun- und Spathcisensteinen, Sammlungen vonKupfer-, Blei- und Zinkerzen, Braunstein, Braunkohle, Schwcrspath,Dachschicfcr, Marmor, Thon, Walkerde und Ochcr in vielfachen Varie-täten. Alle diese Fossilien sind von großer Reinheit, kommen inMenge vor, und lassen eine noch bei Weitem stärkere Gewinnung, alsdie seitherige zu. Besonders beachtenswerth sind die Eisensteine, welchein bis zu 120 Fuß mächtigen Lagern vorkommen; die Braunsteine,welche schon jetzt bis zu 20,000 Tonnen jährlich gewonnen werden,und die holzsörmigcn Braunkohlen des Wcsterwaldcs, die in neuster