Band 
Erster Theil.
Seite
252
JPEG-Download
 

252 I- Klasse. Bergbauerzeugmssc rc.

Prozent vom Netto-Werth des Produkts beträgt — mäßigen Abgaben-belastnng der gewonnenen Rohmaterialien. Bringt man nun noch dieso außerordentlich reichen Ablagerungen mineralischer Schätze, die inEngland zu Gebote stehenden bedeutenden Kapitalien, und die rege Be-triebsamkeit des Engländers in Rechnung, so ist es wohl glaublich,wenn der jährliche Werth der in England erzeugten Produkte dieserKlasse auf 25 Millionen Lstr. geschätzt wird, wovon, wenn man diefrüher aufgeführten Gewinnungsquantitäten zu Grunde legt, sich aufdie wichtigeren Produkte nach ihrem Durchschnittspreise ein Werth von:9 Millionen Lstr. auf Steinkohlen,

6s - - - Roheisen,

1s - - - Kupfer,

1 - - - Blei,

_ ^ - - - Zinn,

Summa 18s Millionen Lstr.

vertheilt. Der restirende Werth von 6s, Millionen Lstr. kommt auf dieübrigen, weniger wichtigen Metalle, sowie Baumaterialien, Thon rc.In Bezug auf quantitative Erzeugung obiger Produkte ist Englandallen übrigen Ländern vor, und in Bezug auf Preis ist es eine be-kannte Erscheinung, daß die gleichen Produkte anderer Länder von allenMärkten, wo sie mit den Englischen unter gleichen Umständen konkur-riren, durch diese verdrängt werden.

Belgiens Erzeugung und Handel von Bergwerks- und Hütten-produkten ist zwar keineswegs so bedeutend, als die Englische, jedochdurch die günstige Lage Belgiens an der Westgrenze Deutschlands , undeinen für Belgien Vortheilhaften Vertrag ist dasselbe, so weit Stein-kohlen und Roheisen in Betracht kommen, als ein für die betreffendeilIndustriezweige Deutschlands mächtiger Konkurrent anzusehen, der dieVereinsländische Roheisenerzeugung zu drücken droht; denn von der imJahre 1850 in dem Zollverein stattgehabten Roheisen-Einfuhr vonnahe 2s- Million Centner kommen allein auf Belgien etwas über 1sMillion Centner. Sucht man nun nach den Wegen, welche Belgien zur Erreichung dieser Resultate eingeschlagen hat, so findet man, daßdieselben den oben bei England entwickelten ähnlich find. Ein Unter-schied ist jedoch dabei ins Auge zu fassen, nämlich der, daß in Eng-land alle oben genannten Unternehmungen durch die Mittel von Pri-vatpersonen ins Leben gerufen sind, während in Belgien durch recht-zeitiges Eingreifen der Regierung und durch mäßige Bergwerks-Abgaben,— nämlich nur 2s Prozent vom Netto-Ertrage an den Staat und1—3 Prozent davon an den Oberflächcnbesitzer —, das Auskommen derindustriellen Privatunternehinungen wesentlich unterstützt worden ist.Auch hat in diesem Lande die Erleichterung bei Bildung von Aktien-Gesellschasten, sowie die wohl in keinem andern Lande so zahlreichen