Band 
Erster Theil.
Seite
251
JPEG-Download
 

tz. 31. Schllißbcmcrkm,gcn. 251

sächlich vertretenen Ländern, mit besonderer Berücksichtigung der Lagedes Deutschen Zollvereines, so wird man finden, daß England und Bei.gicn in die erste Linie gestellt werden müssen. Die übrigen Staaten,wie sie im Vorhergehenden spezieller behandelt worden sind, stehen mitihrer Bergwerksindustrie meistens unter ungünstigem Verhältnissen, dietheils im Mangel der nöthigen Rohmaterialien, oder der nöthigen Be-triebskräfte, theils in zu großen Entfernungen von den Haupt-Märkten,ZUm Theil auch wohl, wie z. B. in Spanien , in einer gewissen Schlaff-heit der Regierung und Nation zu suchen sind, obgleich auch in Spa-nien der Bergbau sich seit einigen Jahren sehr gehoben haben soll.Selbst daS uns benachbarte Frankreich , wie wohl es eine bedeutendentwickelte Industrie des Bergbaues uud Hüttenwesens besitzt, befindetsich nicht in der Lage, in dieser Beziehung einen nachthciligen Einflußauf den Deutschen Zollverein zu üben. Frankreichs Stahlfabrikation hatsich indessen hauptsächlich durch seinen Schutz derselben so gehoben,daß wir keinen Stahl mehr dorthin ausführen. Oesterreich produzirtim Allgemeinen zu theuer, und ist mit einem so hohen Zolltarife ver-sehen, daß es für jetzt außer Acht bleiben kann. Es sind daher, wieschon gesagt, England und Belgien als diejenigen Länder anzusehen,welche einen Einfluß auf das vcreinsländische Berg- und Hüttenwesenäußern, daher eine kurze generelle Betrachtung der Lage der betreffen-den Industriezweige in diesen Ländern hier einen Platz finden mag.

Die hohe Wichtigkeit, welche die Gewinnung der Rohstoffe undProdukte des Bergbaues und Hüttenwesens direkt für die Vermehrungdes Nationalvermögens, wie auch für die Ausbreitung und Befestigungder Industrie im Allgemeinen hat, schon seit langer Zeit einsehend, brachteman diese beiden Gcwerbszweige in Deutschland am frühsten zur Ent-wickelung ; sie wurden durch viele -ermuthigcndc Maaßregeln der Regie-rungen in ihrem Aufblühen befördert, blieben aber, durch äußere un-günstige Verhältnisse bedingt, eine Zeit lang stationär, ja gcriethen so-gar thcilwcise in Rückgang, und wurden so nach und nach durch dieAnstrengungen und vorthcilhaftcrcn Lagen von England und Belgien überflügelt. England hat in dieser Beziehung, namentlich seit der all-gemeineren Benutzung der Dampfkraft, bedeutende Fortschritte gemacht,deren Vortheilhafte Wirkung auf die Gewinnung der Stoffe der erstenKlasse, hauptsächlich in der Herstellung billiger und ausreichender Kom-munikationsmittel, zu suche» ist; nicht minder aber auch in der Anwen-dung der Dampfmaschine zur Gewinnung vorhandener Fossilien in den-jenigen Distrikten, wo eine andere ausreichende Betricbskraft seithernicht zu Gebote stand, wofür der Kupfer-, Zinn- und Blei-BergbauCornwalls einen schlagenden Beweis liefert; in der freien, ungehinder-ten, der individuellen Einsicht des Besitzers lediglich überlassenen Be-triebsweise seines Bergwerkseigenthums, und der im Ganzen — wennauch die an den Grundherrn zu zahlende „Royalth" bis 7^ und 10