Band 
Erster Theil.
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8« 34. Britische Mineralwasser, Leberthran rc. 274

daran zweifeln, daß in dieser Richtung ein großer Fortschritt in Eng-land stattgefunden hat, was bis vor kurzer Zeit all seinen Bedarf undauch jetzt noch einen namhaften Theil desselben meist aus Deutschland beziehen mußte. Es steht zu fürchten, daß diese Konkurrenz unsern An-stalten zu ähnlicher Produktion ernstlichen Eintrag thun werde. Fürden Bezug der meisten Rohstoffe, woraus diese Körper gewonnen wer-den, ist England besser sttuirt, ja unsere Fabrikanten sind in der Regelgezwungen, sie aus dem Liverpooler Markt zu kaufen.

Schilling und Sutton, und in ausgedehnterem Maaße die

Struve' sche Mineralwasser - Anstalt in Brighton haben Pro-ben von Mineralwässern ausgestellt. Es ist schwer einzusehen, wes-halb derartige Anstalten so wenig zahlreich in England sind, währendsie in Deutschland sich täglich mehren. Ob das Vertrauen zu der Che-mie bei den Aerzten hier so schwach ist, oder ob das Publikum derNachahmung so wenig Kredit schenkt? Jedenfalls müßte hierin in Eng-land noch ein großer Fortschritt und ein großer Verdienst gemacht wer-den können.

Unter den vielen Ausstellungen einzelner pharmazcutischer Ertrakte rc.,welche kein allgemeines Interesse beanspruchen können, wollen wir nureines Präparates von Piciotto erwähnen, der Arabischen Gummi vondunkler Farbe durch Behandlung mit schwefliger Säure vollkommenbleicht. Für die medizinische Anwendung möchte der im aufgelösten Zu-stande gebleichte und nachher wieder eingetrocknete Gummi nicht geeignetgehalten werden können, aber zu anderen Zwecken, als Klebemittel z. B.,ist er gewiß brauchbar. Wer viel verbraucht, möchte am besten die Ope-ration mit dein Mucilago von braunem Gummi selbst vornehmen, undmit Umgehung des umständlichen Eintrocknend viel sparen.

Die vielen Aussteller von möglichst Hellem Leberthran, von dembei niedriger Temperatur meistens das Stearin abgepreßt wurde, zuNennen, würde überflüssig sein. Man sagt, daß es so farblos nur er-halten werde, wenn man die Lebern bis zu einem geringen Grade fau-len lasse und dann auspresse. Mit Wasser ausgekocht, sei er stetsviel dunkler, und lasse sich auf keine Weise unbeschadet der Qualitätbleichen.

Von den schönen pharmakologischen Sammlungen wollen wir nurdie der Londoner Droguisten und die von Kent erwähnen. Letztere istauffallend durch die Erhaltung der Farbe, bei allen getrockneten Blu-men und Blättern, erstere ist außerordentlich reich in jeder Beziehung.In gleicher Weise ist Vieles aus den Sammlungen der Liverpooler Jmporters und der Ostindischen Gesellschaft zu bemerken.

Früher angestellte Versuche, Pflanzen nicht allein mit Erhaltungder Farben, sondern auch der Stellung der einzelnen Theile, die sie imLeben zu einander einnehmen, zu trocknen, indem mair sie in einem Ge-fäße mit feinem Sand vorsichtig umschüttet, der nach dem Abschlämmen