272 II- Klasse. Chemikalien.
des Staubes vollständig getrocknet, bis zu 50° C, erwärmt, und nacheiner halben Stunde durch neuen bis zu 80° C. erhitzten ersetzt wurde,den man dann bis zur vollständigen Austrocknung der Pflanzen durchEinsenken des Gefäßes in siedendes Wasser ungefähr auf derselbenTemperatur erhielt — haben schöne Resultate geliefert, jedoch oft nurunvollkommen, wenn sehr feine Blumen getrocknet werden sollten. Hierversichert man, daß, wenn statt des Sandes Lycopodium angewandtwerde, die Form, auch der feinsten Corollen und Staubfäden, vollstän-dig erhalten werde.
In Betreff der Farbenfabrikation ist vor allem der Ultra-marin zu erwähnen. Wunderbarer Weise hat man erst in den aller-letzten Jahren angefangen, dieses schone Präparat auch in Englanddarzustellen. Bis dahin und noch heute ist der hier verbrauchte Ultra-marin fast alle aus Deutschland bezogen worden. Bei dem großenVerbrauch dieses Stoffes seit einiger Zeit in der Druckerei, scheint mannunmehr auch hier das Bedürfniß gefühlt zu haben, selbst zu fa-briziren.
Kurtz und Schmersahl Cornbrook-Works, Manchester , undDauptain Gordon u. Comp., 17 Wharf Road City Road, hattenmehrere gute Proben ausgestellt. Sie sollen beide das Verfahren inDeutschland gekauft haben.
In Intensität der Farbe hatte keiner das Marimum erreicht, unddies ist bei genügender Feinheit offenbar das Wichtigste für den Drucker.
Die Bleiweißfabrikation war nur durch Rüssel u. Robertsonund durch Pontiser u. Wood, Shoe Lane Fleet Street, vertreten-Die letzteren haben in andern Farben Chromfarben u. s. w., namentlichaber in Weinsteinsäure und Citronensäure, wahrhaft prachtvolle Probenzur Ausstellung gesandt, und in der pompösen Sammlung ein ent-sprechendes Bild ihrer großen Fabrik gegeben.
Windsor u. Newton, 38 Rathbone Place und Worth LondonColour Works, Kentish Town, so wie Blundell, Spence u. Comp-,Hüll und 9 Upper Thames Street, haben prachtvolle Sammlungenvon Malerfarben und dergl. wie es nur solche enorme Geschäfte ver-mögen, ausgestellt. Die Methoden, welche bei der Anfertigung dereinzelnen Gegenstände befolgt worden, sind natürlich aus der Produk-tion nicht zu erkennen und auch eben so wenig mitgetheilt worden.
Scott, Längstem, 41 Moorgate Street, hat eine große Flaschevoll sehr weißem Zinkweiß eingesandt. Ein anderes Ersatzmittel fürdas Bleiweiß, was zwar seine üble Eigenschaft, durch Schwefelwasser-stoff geschwärzt zu werden, theilt, aber viel billiger hergestellt werdenkann, und zuerst in großem Maaßstabc in dem Ausstellungsgebäudeselbst verwendet worden ist, außerdem aber auch bei der Malerei meh-rerer ausgestellte? Gemälde benutzt wurde, ist das von Pattinsondargestellte basische Chlorblei (Bleiorychlorid). Der Fabrikationsprozeß