282 II. Klafft'. Chemikalien.
daß die Entwickelung der Sardinischen chemischen Fabrikation der jeneranderen Länder auch nur entfernt sich zu vergleichen vermöchte.
IV. Rom.
Hier hat nur Sneider Pellegrini, einige Proben von gereinig-tem natürlichem Alaun eingesandt. Sie sind gut kchstallisirt und eisen-frei. Diese Industrie konkurrirt nur in verhältnißmäßig unbedeutendenMengen mit den kolossalen künstlich bereiteten Massen des Salzes.
K. 37.
Frankreich und die Pyrenäische Halbinsel .
l. Die ersten Aussteller, welche wir bei Frankreich zu erwähnenhaben, bieten ein großes Interesse durch den Weg, auf dem die Pro-dukte, welche sie eingesandt haben, gewonnen werden. Prat undAgard aus Air, Bouche du Rhone , stellen nämlich die Salze aus,welche sie nach einem Verfahren, das Balard, der bekannte Entdeckerdes Broms, ihnen angegeben hat, aus dem Meerwasscr erhalten. Manhatte bereits 1846 Versuche im Großen anzustellen begonnen, die poli-tischen Stürme von 1848 hinderten die Fortsetzung bis dieses Jahr.Es stehen große Erfolge zu erwarten. Auf den unfruchtbaren Meeres-küsten mancher Gegenden von Südfrankreich und von Algerien werdenbereits seit lange große Massen von Kochsalz durch freiwillige Ver-dunstung des Wassers bekanntlich auf die Weise gewonnen, daß mandas Meerwasscr bei der Fluthzeit in sehr ausgedehnte flache Bodenver-tiefungen treten läßt, die man durch Schleusen verschließen kann.Wenn so viel Wasser verdampft ist, daß das Salz zu krpstallisiren be-ginnt, läßt man die konzentrirte Flüssigkeit in weitere ähnliche Ver-tiefungen ab und füllt die ersteren aufs Neue mit Seewasser. Sobaldeine hinreichende Menge Salz auskrhstallisirt, knickt man es aus, undläßt der Mutterlauge Zeit, aus den bedeckt gehaltenen Haufen abzu-fließen. Die Mutterlauge ließ man bisher wieder in's Meer laufen;im Winter krpstallisirt daraus sehr viel schwefelsaures Natron, indem,wie bekannt, dieses Salz sehr viel weniger löslich in der Kälte, als inder Wärme ist. Nach der Entfernung dieses Salzes, was in großerMenge gewonnen wird, und dessen Preis für den Centner des trocknenSalzes nicht über 1^—2 Frks. zu stellen sein möchte, krpstallisirt ausder an Chlormagnesium sehr reichen Mutterlauge ein Doppelsalz vonChlormagnesium und Chlorkalium. Durch Wiederauflösung dieses Dop-pelsalzes in Wasser zerfallt es, und es krpstallisirt beim Abdampfen nurdas Chlorkalium. Bringt man daraus die Mutterlauge zur Trockne,so erhält man Chlormagnesium. Balard meint, dieses könne eine werth-volle Verwendung als Quelle für Salzsäure finden. Es sei im festen