Z. 37. Frankreich und die Pyrenäischc Halbinsel. 283
Zustande leicht zu versenden, liefere die Hälfte seines Gewichtes reinerSalzsäure, wenn man es unter Zutritt von Wasserdämpfcn erhitze,und die rückständige Magnesia möge sich auch noch verwerthen lassen.
berechnet ferner, daß zu jedem anderen Gebrauch «»verwendbare"anderstriche an der Französischen und Algerischen Küste gefunden wer-^u, welche so ausgedehnt sind, daß, wenn auch nur ein größerer^heil derselben zu der Seewasserverdampfung benutzt werde, man ausdem Seewasser alles Kali gewinnen könne, was heutzutage in derWelt verbraucht werde. Das erhaltene Chlorkalium müßte für die»reisten Zwecke in schwefelsaures Kali und dann in kohlensaures ver-handelt werden; dem letzten Prozeß würde man auch das erhalteneschwefelsaure Natron unterwerfen und dabei die Schwefelsäure sparen,welche sonst zur Zersetzung des Kochsalzes bei der Sodafabrikation^forderlich ist. Man berechnet ferner, daß, wenn auch die ganzeMenge des zuerst gewonnenen Kochsalzes vollständig unverwcrthbarll>n sollte, was keines Falles angenommen zu werden braucht, dcn-»vch dix ganze Fabrikation lediglich aus die Erzielung der PotascheUnd des schwefelsauren Natrons gerichtet werden könne und noch sehrlukrativ sein müsse. Zu erwähnen ist noch, daß selbst die bei derVerdunstung zuletzt übrig bleibende, größtentheils nur Chlormagnesiumenthaltende Flüssigkeit noch eine sehr nützliche Verwendung findenkann. Wenn man sie nämlich zu einer konzentrirten Kochsalzlösung»der zu Meerwasser hinzufügt, was so weit verdunstet wurde, daß dasKochsalz zu krhstallisiren beginnen will, so scheidet sich ein sehr großerTheil desselben in Pulverform aus, weil es in starker Chlormagne-siumlösung wenig löslich ist. Läßt man das Pulver gut abtropfenUnd wäscht es mit gesättigter Kochsalzlösung, so erhält man es natür-lich fast ganz rein.
Wenn die Prariö auch erst die ganze Bedeutung des Verfahrensbewahrheiten muß, so leuchtet doch ein, welch hohes Interesse dieserVorschlag bietet. Es wird eine neue Quelle für die Gewinnung vonKali werden, eines Stoffes, den wir bisher lediglich durch Beihülfeder Vegetation der Pflanzen zu gewinnen vermochten, und der, wennauch vielfach mit Erfolg durch die Soda ersetzbar, doch nicht in allenFällen entbehrt werden kann.
Die Agrikultur namentlich, aber auch die Glasfabrikation undandere Jndustrieen würden von billigerem Kali wesentlichen Nutzenzu ziehen vermögen, und man kann nicht leugnen, daß Rußland undAmerika , welche allein heutzutage noch große Mengen von Potaschedurch Niederbrennen von Waldungen liefern, nicht lange mehr sich da-zu verstehen werden.
Das Holz wird bei rasch verbesserter Kommunikation theurer be-zahlt werden, als die daraus gewonnene Asche, und wir können denVerbrauch an Potasche nur in wenigen Fällen vermindern.