Band 
Erster Theil.
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304
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304 IH- Klaffe. Nahrungsmittel und verwandte Gegenstände.

Dauer der Konservation scheint sich auf lauge Reihen von Jahren zuerstrecken, wie denn auf der Ausstellung eine Sammlung solcher Speisensich befand, welche vom Jahre 1813 herrühren, also gegen 40 Jahralt sind, und sich vollkommen unverändert erhalten haben sollen. Wirhatten keine Gelegenheit, von dem Inhalte dieser Büchsen zu kosten,und können nur bemerken, daß vom wissenschaftlichen Standpunkte auskeine Gründe gegen die Möglichkeit einer so langen Konservation vor-zuliegen scheinen.

Die Methode der Konservation besteht in Folgendem: Man thutdie zubereiteten Speisen nebst der nöthigen Menge Brühe in Blech-büchsen und verlöthct die Blechdcckcl, welche ein kleines Loch enthalten.Hierauf werden die Büchsen in einem Bade von Salzwasser bis überden Siedepunkt des Wassers erhitzt, wodurch der Inhalt zum Kochenkommt und die entwickelten Wasserdämpfe die noch in der Büchse ent-haltene Lust austrciben. Nach kurzem Kochen wird das Loch im Deckelmittelst des Löthkolbens durch einen Tropfen Schnellloth rasch geschlossen.Die solchergestalt der Einwirkung der Luft entzogenen Substanzen unter-liegen, wenn Alles richtig ausgeführt wurde, der Fäulniß nicht, dochunterwirft man die fertigen Büchsen einer Prüfung, indem man sieauf einige Zeit an einem etwa 30° warmen Orte aufbewahrt. Trittbei dieser Probe Verderbniß ein, so zeigt sie sich bald durch eine Gas-entwicklung, in deren Folge die flachen Böden der Büchsen sich nachaußen krümmen, während sie sonst in Folge des äußeren Luftdruckesnach innen gebogen werden. Bleibt dieses Symptom innerer Verderbnißaus, ist also die erste gefährliche Periode überstanden, so ist in einerspäteren ein Selbstentmischungs-Prozeß nicht so leicht zu befürchten.

Vielfältige Erfahrungen, auf langen Seereisen gemacht, haben dieHaltbarkeit der nach der Appertschen Methode konservirten Speisenso außer Zweifel gesetzt, daß, wie schon aus der großen Zahl der Ein-sender hervorgeht, sich ihre Anfertigung zu einem nicht unbedeutendenIndustriezweige erhoben hat. Besonders interessant sind die von Gamble(London ) eingesandten. Ein Theil rührt noch vom Jahre 1813 herund soll, wie schon erwähnt, den Inhalt noch unverändert enthalten.Ein anderer Theil, welcher gekochtes Hammelfleisch enthalten soll, wurdeim Jahre 1824 von der damaligen Expedition nach den Polargegendenmitgenommen, bei dem Verunglücken der Fury in Prince-RegentsBucht unter 72° 47^ nördlicher Breite und 91° 50^ westlicher Längeausgesetzt, und im Jahre 1849 von Kapitain Roß in vollkommen wohl-erhaltencm Zustande wiedergefunden, obgleich der außerordentliche Tem-peraturwechsel zwischen Winter und Sommer in diesen Gegenden wohlgeeignet gewesen wäre, die Verderbniß der Speisen herbeizuführen.

Als Inhalt der von Gamble ausgestellten Sammlung führen wirbeispielsweise an: Mocktonrtle-Suppe, Ochsenschweif-Suppe, Mülliga-tawny-Snppe, gekochten Lachs, Ochsenfleisch mit Gemüse, Kalbsbraten