338 IV- Klasse. Vegetabilische und thierische Stosse.
mit Einschluß einiger etwas ärmlichen Baumwolle aus Port-Natal,eingesendet von (5, Manuel in der Kapstadt , welche, obgleich sie jedenfallsnicht gut behandelt ist, der Grund zu einer recht guten Baumwolle zu wer-den verspricht. Der Faden an sich ist gut, aber er ist schlecht gereinigtund schlecht verpackt. Dasselbe kann man von einer Probe von derWestküste Afrika's sagen. Bis jetzt ist indessen die Quantität, welchevon dort in den Handel gebracht wird, im Vergleich doch immer nureine Kleinigkeit.
Die Aegyptische und Tunesische Baumwolle erscheint nichtsehr Vortheilhaft; drei Proben wurden gezeigt, welche indessen, wie mandenn die Aegyptischen auch ausdrücklich ok seconä guslit/ bezeichnethatte, noch etwas unter dem gewöhnlichen Durchschnitte sind; der Faden. ist gut, die Faser ist fein und lang, aber in den meisten Fällen schlechtbehandelt und die Baumwolle weit entfernt, rein zu sein. Die Reiheder Türkei , welche 26 Proben, worunter auch sogenannte „Tmmcsräie" und „oeeplnila" aus Koniah, Cassabar und anderen Asiatischen und Afrikanischen Provinzen des Reiches, in sich schloß, ist ziemlich aus-gebreitet, aber enthält keine großen Unterschiede; die Proben sind kleinund nicht recht ausgesucht; es sind meistentheils Proben der kurzenund unregelmäßigen Faser, welche in unseren Fabriken wenig beliebtist, ausgenommen in der Fabrik der Lichtdochte, für welche sie sehr ge-eignet ist.
Eine noch interessantere Reihe finden wir in der hübschen Samm-lung der Rohprodukte aus Algier, welche dem Französischen Kriegs-minister, in dessen Namen sie ausgestellt ist, und welcher sich besondersum die Kultur der besseren Aegyptischen Sorten in Algerien mit Erfolgbemüht, viel Ehre macht. Man gründete schon unter Bugeaud daselbsteinen Mustergarten, wodurch die Anlegung der Baumschulen aufmehreren Punkten veranlaßt ward, und woraus die Nahrungs-, Faser-und Färbepflanzen durch das Land verbreitet wurden; gegenwärtig ent-halten diese Baumschulen mehr als 2 Millionen Stämme. Der Ha-chem von Biskarah, der lange in Aegypten lebte, hat die Baumwollsortett,die schon an den Nilufern gediehen waren, mit Glück dorthin einge-führt. ") Die Baumwollen der Herren Petissier, Haroly, Chuf-sart Worin und Dupre de St. Maur waren ausgezeichnet schönund gut gereinigt. Eine von Herrn Haroly ausgestellte Probe istbesonders lang und weich; es würde eine Baumwolle erster Sortesein, wenn sie nicht etwas dünn und uneben wäre.
V. Europäische Baumwollen. In der Spanischen Ab-theilung finden wir einige wenige Proben aus den bewässerten ThälernAndalusiens . Sie sind gut wegen ihrer Länge und Stärke. Die SpanischeBaumwolle, insbesondere die an der Andalusischen Küste bei Motril , gabfrüher ergiebige Erndten. Während des Unabhängigkeitskrieges war sievon großer Wichtigkeit für die Katalanischen Spinnereien, welche damals