8. 59. Vegetabilische Faserstoffe, insbesondere Baumwolle. 359
bom Auslande abgeschnitten waren. Aber die Pflanzungen wurdendurch eine stets wiederholte Kultur ohne Düngung erschöpft, so daß sieaufgegeben wurden. Die Herstellung der Handelsverbindungen mitAmerika veränderte die wirthschaftlichen Verhältnisse dieses Zweigesgänzlich, welcher indessen augenblicklich in der Provinz Sevilla , vonwo diese Proben kommen, wieder ausgenommen ist. H
Die Portugiesischen Proben sind etwas unbedeutender als diespanischen. Sie sind gut gereinigt, und der Faden ist stark, aber etwasUnordentlich und grob. A. Sa Nogueira hatte eine vorzüglicheBaumwolle, welche nahe bei Lissabon gewachsen war, und zwei Baum-Wollproben von Algarbien ausgestellt.
Gute Arten Baumwolle hatte G. Pulis von Malta ausgestellt,aber diese können kaum als etwas mehr als Merkwürdigkeiten betrachtetWerden, denn die Produktion ist zu klein.
Aus Rußland , dessen neuerworbcne südliche Provinzen ein nichtUndankbares Gebiet für Baumwollpflanzungen zu werden versprechen,hatten Abdourza-Maram Ogli, Landwirth im Distrikt von Scha-wvr, Gouvernement Eriwan, dort einheimische Baumwolle, und derArtige Besitzer, Prinz Niko Djidjivadze von Jmeretien Baum-wolle, deren Samen von der Insel Bourbon bezogen worden, ausge-stellt. Beide Proben wurden lobenswert!) befunden.
Was die auf Zurichtung der Baumwolle bezüglichen Gegenstände^trifft, so haben wir zunächst der von Bateö Hyde und Comp. zuBridgewater im Staate Konnektikut ausgestellten Maschine zur Son-bsrung der rohen Baumwolle vom Samen, Egrenir-Maschine (cottcm-8>u), zu erwähnen. Das früher übliche Egreniren durch Menschenhand^ar so schwierig und kostspielig, daß es die Ausdehnung der Pflanzungenhinderte. Da erfand ein Amerikaner, Namens Whitney, diese für diePflanzer so außerordentlich wichtige Maschine.
Die wichtige, mit der großen Verdienstmedaille gekrönte, ErfindungbvnMercer in Beziehung der Lockerung, Verdichtung und Färbung derBaumwolle und Verwandlung derselben in einen, der Schafwolleähnlichen Zustand ist schon oben (S. 274) ausführlich beschrieben.
Auch zeigte man Baumwolle, welche nach erfolgtem Gebrauch zum-putzen der Maschinen durch ein patentirtes Verfahren wieder gerei-*ägt war.
Die durchschnittliche Baumwoll-Einfuhr des Britischen Reichesäwr in letzten 5 Jahren (1845 — 1849) durchschnittlich jährlich9570,492 Ballen, welche gegenwärtig ein Gewicht von etwas überä00 Pfund haben. Davon lieferte Nordamerika 1,237,619, Ostin-°wn 179,852, Brasilien 99,137, Aegypten 44,918 und andere Länder8,966 Ballen.
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