Band 
Erster Theil.
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361
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8. 60. Britischer Flachs, Werg und Heede . 361

Auf der Ausstellung waren Flachsproben aus allen Erdtheilen,Und was Europa betrifft, aus sämmtlichen Hauptproduktionsgebieten.

I. Großbritannien nnd Irland .

Schon die Vergleichnng der in der Londoner Ausstellung vorhandenen Leinen-Fabrikate des Britischen Reichs nnd der übrigen Länder mußte eine günstige Mei->»>ng für den Flachsbau und die Flachsbereitnng des erstcrn erwecken. Die Britische Einwand ist von schönerem äußeren Ansehen nnd beziehungsweise wohlfeiler, als die" übrigen Länder.

3n Spanien lastet ein Zoll von 40 Prozent des Werthes auf der Leinwand,Und dennoch hat das Britische Reich, namentlich Belfast , dahin einen großen Absatz,Während der anderer Länder kaum nennenswerth ist. Ist es auch unleugbar, daß"»wand aus gewöhnlichem Flachs nnd Handgespinnst eine längere Dauer hat,"ud ein schöneres Ansehen bewahrt, als die aus mit Maschinen gereinigten! Flachseu»d Maschinengarn, so kann dies doch für den Fabrikanten nicht maßgebend sein,s»n er hat sich nach den Ansichten seiner Kunden zu richten und gewissenhaft derenEige Verlangen zu erfüllen.

Wir werden zunächst über die ausgestellten Flachsproben, sodann über denFlachsbau, und endlich über die Flachsbereitnng Großbritanniens und Irlands Mitthei-"Ug machen.

». Die in der Britischen Abtheilung ausgestellten Flachsproben hatten-d>ls als Darlegungen des zu einem neuen Leben aufgeweckten Flachsbaues, theilsBelege der neuen Berfahrnngsarten bei der Rüstung und Verarbeitung desFlachses, theils nach kommerziellen nnd wissenschaftlichen Rücksichten ein besonderesInteresse.

In der oben erwähnten Lawsonschen Sammlung fanden wir auch ProbenFlachs, der in Britannien aus Britischem , Niederländischem nnd Rigaischem Sa-gezogen war. Der Britische Flachs war von festen Fasern; dagegen kommt^ hiergcwonnene Säelein dem Russischen nicht gleich.

, Das bei Vorbereitung der Ausstellung in London gebildete S e ktions-Kom-"Uttöe für das Pflanzenreich (resp. Hntchinson und Comp.) brachte Pro-'Or des gewöhnlichen, in den Handel kommenden Flachses und Hanfs: Französischen,F äniische», Niederländischen, Friesischen , Archangclschen, Rigaischen, Englischen^ Aegyptischen Flachs, eine äußerst interessante Zusammenstellung der vcrschiede-Flachse und Hanfe, welche hauptsächlich auf den Englischen Markt kommen.

Die jedes Land hauptsächlich charakterisirenden Eigenschaften der verschiedenendiniistosse konnten, wenn auch von allen wahrscheinlich nicht die gewöhnlichen, son-nur die besseren Sorten ausgestellt waren, auch alle sich bereits im gerösteten"üd geschwungenen Zustande befanden, doch so neben einander gelegt, gut verglichen^>>d gewürdigt werden. Der Französische Flachs stand am höchsten, was mit scho-^ Farbe und bedeutender Länge verbundene Feinheit betrifft. Daß Farbe ohneQualität von geringen! Werthe ist, zeigen die niedern Preise von einigenFffnischx,, Flachsen, welche durch besondere Weiße sich auszeichnen. Dem Franzö-'ffchcn schien der Flämische zunächst zu stehn, von dunklerer grauer Farbe und ge-Nngercr Feinheit. Der Holländische erschien noch dunkler, kürzer, aber fein. DiesenON!en Flachsen schloffen sich einige Russische von guter Mittel-Qualität an, wennnicht sehr rein; dann langer, aber nicht feiner Englischer Flachs. Der Aegyp-ssche war fein nnd kurz, von sehr Heller Farbe. Auf die Hanse kommen wir un-

zurück.

Donlan zu Han»nersmith sandte chemisch präparirtcn Flachs- und Hans-furien. Die Präparation soll deren Keimkraft bedeutend vermehren, was durchgroben von Flachsstroh von präparirtem und nicht präparirtem Samen dargethan