Band 
Erster Theil.
Seite
362
JPEG-Download
 

362 IV. Klasse. Vegetabilische und thierische Stosse.

wurde. Die beiden Proben waren natürlich ganz unter denselben Bedingungen gr-baut, an ein und demselben Tage in dasselbe Land gesäet und von demselben gerauft-Der Unterschied in den Proben schien sehr zu Gunsten des Erfinders zu sprechen.

Derselbe Mr. Donlan stellte auch Muster von eingerostetem Flachse in ver-schicdenen Stadien der Bereitung aus. Die nur durch kräftige mechanische Mittelvon den holzigen Theilen, welche mit anderen Substanzen zur Viehmast benutzt wer-den, getrennte Fiber wird nachher ähnlich dem gerösteten Flachse behandelt, und diedaraus gefertigten ausgestellten Segeltücher schienen vollständig zweckentsprechend zusein, und sollen selbst besser, als die von geröstetem Flachse verfertigten dem Wechselder Trockenheit und Feuchtigkeit widerstehen. Es ist natürlich dieses Verfahren »nrda von Werth, wo es an Anstalten zur vollständigen Bereitung fehlt, denn der s»bearbeitete Flachs hat geringere Geschmeidigkeit und Werth, und ist nur zu grobe»Waaren verwendbar.

Derselbe zeigte Muster von ungeröstetem und Neuseeländischem Flachse durcheinen nicht näher angegebenen chemischen Prozeß, wahrscheinlich dem unten bespro-chenen Clanßenschen ähnlich, in eine baumwollartige Substanz verwandelt.

Hives und Atkinson von Leeds zeigten ausgezeichnet schone Proben vonCourtray-Flachs, außergewöhnlich fein, geröstet in dem Lysflusse, dessen Wasser, wirallgemein behauptet wird, die Eigenschaft haben soll, dem Flachse eine ganz beson-dere Weiße und Reinheit zu geben. Daneben war ausgestellt ein von demselbenFlachse gesponnenes und gewebtes Stück Linnen von Nr. 280 Kettengarn und Nr-320 Schußgarn, d. h. von dem Kettengarn wogen 280 Gebinde (Ions) i> 300 Dards» 3 Fuß Englisch , ein Pfund Engl., und von dem Schusse 320 Leas ein Pfund.

Belgischer Flachs aus dem Lockern» Distrikt, geschwungen und gesponnen von50 — 200 Leas zum Pfunde. Diese beiden Flachssorten dienen zu den feinsten Fa-brikaten, besonders Spitzen.

Muster von sehr schönen! gelben Norfolk -Flachs, gebaut von der kundigen Handdes bekannten Herrn Warn es in Trimingham; und von sogenanntem blauemUorkshire-Flachs. Von letzter»! gute Garne, gesponnen bis zu 200 Leas, was fürEnglischen Flachs ein sehr bemerkenswerthes Resultat ist. Auch einige feine Stilltglatte Linnen von demselben Material.

Cator, Nelson und Comp. in Selby: Roher und nach einer eigenthüm-lichen Methode bereiteter Uorkshirer Flachs. Der Samen ist, wie in der Schenksche»Methode, vor dem Rösten abgenommen.

Picciotto zu Finsbury: Feiner Italienischer Flachs, von Hellem seidenartigenAnsetzn, nach einer eigenthümlichen Methode, anwendbar auf gerösteten und ungerö-steten Flachs, in Italien bereitet. Das Verfahren soll den Vortheil haben, größereFeinheit als sonst möglich zu erzielen.

Adams zu Ballyderit, Coleraine , Proben guten Flachses, wobei Sameuz»»17 Büschel pr. Akre gewonnen ist.

Die Königliche Gesellschaft zur Beförderung des Flachsbaues inBelfast (resp. 3- Preston u. Comp. und Herr White) stellte Proben aus,welche deutlich zeigten, was durch sorgfältigen Bau und Bereitung aus Irischen»Flachse, der nicht zu den besten Sorten gezählt wird, erzielt werden kann, besonder^wenn man bedenkt, daß seit 15 Jähren kein so ungünstiges Resultat, was Qualitätdes Flachses anbetrifft, bekannt ist, als 1850. Die Proben enthielten Flachs ausder Provinz Ulster , vom Halme bis zum fertigen Linnen aller Arten. Leinengarn»naß gesponnen bis zu 350 Leas zum Pfunde. Die Bereitung des Flachses war nachverschiedenen Systemen ausgeführt. Ungerösteter, gebrochener Flachs, nach Conrtray-System behandelt, nach Schenkschem Systeme bearbeitet, welcher keinem andernnachstand.