Band 
Erster Theil.
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lV. Klasse. Vegetabilische und thierische Stoffe.

Versuchen wir aus dem Vorstehenden ein Schlußergebniß zu ziehen,so würde es dahin ausfallen müssen, daß gegenwärtig das Britische Reich, Belgien, Deutschland und Rußland die wichtigsten Flachöprodn-zenten der Welt sind.

Nach den ausgestellten Flachsproben und den hierbei gesammelte»neueren Erfahrungen, hat sich das S chenksche Warmwasser-Röst- u»dZubercitungs-System bewährt. Die mehrfach hierüber gepflogenenVerhandlungen der mit Recht durch die große Verdienst-Medaille aus-gezeichneten Königlichen Flachsgesellschaft zu Belfast , die neuesten Ur-theile der fähigsten Richter, namhafte Autoritäten, wie die HerrenMarshall in Leeds , (letztere auf Grund der mehrjährig in ihrernach diesem System eingerichteten Rottanstalt zu Patrington bei Hüllgemachten Erfahrungen) sprechen sich entschieden dafür aus.')

Gegen Ende der Ausstellung wurde noch ein neues voll HerrnBower in Raweliffe bei Selby erfundenes Röstverfahren zur Sprächegebracht. Der Erfinder bringt das trockene Flachsstroh in einen gro-ßen, starken und ganz luftdicht verschlossenen, eisernen Cylinder, ver-dünnt dann möglichst mittelst einer Luftpumpe die Lust in demselben,und läßt hierauf warmes Wasser einströmen, welches in wenigenMinuten auf den Flachs so wirken soll, daß das Wasser abgelassen,der Flachs ausgenommen, getrocknet und geschwungen werden kann.

Die Proben des so zubereiteten und der obigen Gesellschaft vor-gelegten Flachses ließen ein Urtheil über die Erfindung, resp. Anwen-dung, noch nicht fällen. Auch die neueste Erfindung von SirG. Farmer Baronet, aus Bridcford in Devonshire, welcher auf nochanderem Wege den Rohflachs in 10 Stunden rösten will, unterliegtnoch der Prüfung der Gesellschaft. H

Die Natur des Bodens ist in vielen Deutschen Landstrichen ge-eignet, ohne direkte Düngung den herrlichsten Flacks hervorzubringenund das Schenksche Verfahren der Warmwasscr-Röste, welches bei denIrischen in der Ausstellung befindlichen Flachsen in Anwendung ge-bracht wär, gewährt den hohen Vortheil, daß man den Leinsamen ge-winnen kann, ohne die Güte der Flachsfasern zu verringern.

Die Röstung ist nichts anderes, als das Hervorrufen einer Geh-rung, welche man bei dem Schenkschcn Verfahren durch die Regelungder Temperatur des Wassers völlig in feiner Gewalt hat, und die,verstärkt und länger dauernd, eine feinere, bei kürzerer Dauer eine grö-bere Faser zur Folge hat.

Das Belgische Verfahren, welches bis dahin das Vollkommenstewar, läßt durch den Umstand, daß man die Flachsstengel im grüne»Zustande zieht, um einen feineren Flachs zu erzeugen, nur 25 Prozentvon dem Samen gewinnen, welcher beim Schenkschen Verfahren de>»Flachsbaucr ganz bleibt.