60. Flachs, Werg imd Hcede. 377
Es scheint keinem Zweifel zu unterliegen, daß, wenn der im Jn-lande erzeugte Flachs einen guten Markt findet, die Flachsbcreitunguach dem Schenkschen Verfahren hinter der Spiritnsfabrikatwn undde'r Rübenzucker-Bereitung, durch seinen hohen Werth für Hebung derBodenkultur, das dritte landwirthschaftliche Ncbcngcwerbe bilden wird,^venn man deir Leinsamen wie die Engländer benutzt, ihn quetscht und^>»pft und zur Viehsntterung verwendet, ein Verfahren, das bei derMästung so große Erfolge hervorruft. Dann wird dem Vorwürfe, daß^r Handels-Gewächsbau dem Boden Kraft entzieht, ohne ihm wieder^was zurückzugeben, begegnet und der Anbau kann dann weiter aus-gedehnt werden.
') Schenk, ein Schweizer, der lange in Amerika gelebt, ist iumittelst bereits^rstorben; die gegenwärtigen Patentinhaber sind Bernard nnd Koch. s. Leonard am!
Iflax, itü Zlannkacturo v» 8elioule^ patent 8)-stonn Unblin 1851; 0 per.Megl. auch Mittheilungen der Gesellschaft zur Beförderung des Flachsbaues. Berlin ^51. I, S. 45. Bericht des Min.-Raths Ritter v. Kleyle über die Flachsproduktion Eilg-elds. (Auszug 12 S. Wien 1852). Bericht von Payeu, s. Handcls-Archiv 1850. S. 589.
„So kräftig nnd entschieden nnd doch so unscheinbar wirkende Mittel gabene» einfachen Experiment, welches in Gegenwart eines Komuüttöes durch den Pro-visor Way gemacht wurde, mehr das Ansehe» einer neuen Art natürlicher Magie,der nüchternen Wirklichkeit einer'gewöhnlichen Wirkung von Natter-Gesetzen,^re» Auwenduna blos neu war. Der Erfolg war eben so sonderbar, als schlagend"l>d rief augenfällige Zeichen einer angenehmen Ueberraschnng und Bewunderung derlangten Resultate hervor. Die mit einer Auflösung von doppelt kohlcnsanreinPatron getränkte Flachsfaser war kaum in das mit gesäuertem Wasser gefüllte Gc-hlß eingetaucht, als sich das schlaffe, starre Flachs-Aggregat plötzlich in eine leichteilch ausdehnende Masse von baumwollartiger Tertnr umwandelte, und wie aufgehen-Teig oder schwellender Schwamm an Größe znnähin. Der Wechsel war nicht^nigcr überraschend, als diese so umgewandelte Masse demnächst in das nächste^Hlor-Magnesia enthaltende Gefäß getaucht wurde, nnd nun flugs die Weiße derMrnniwolle, wie vorhin ihre Tertnr, annahm." Aus Herrn Hudsons Bericht über^uige Experimente des Professors Way, ausgeführt vor der Königl. Ackerbau-Ge-i^lschcest, zm Erläuterung des Ritter Claußenschen Verfahrens.
Weitere Nachrichten giebt Chevalier Clausens Schrift: „Tür klax ülovemont"VVjlsun, illoyal LxelianAo, London 1851.
Das dritte Verfahren soll übrigens von einem Holsteinischen Geistlichen crfun-von diesem aber die Erfindung an den Herrn Clanßen verkauft sein. Ein Ri-Flachskanftnann theilte mit, daß man in St. Petersburg aus Hanf durch einen^bniischol Prozeß einen dem Flachs ähnlichen Artikel von Heller Farbe Hergestelltpxx der Folge vielleicht als Stellvertreter von Flachs zu ordinairen Zwecken^"gewendet werden könnte, bis jetzt sei die Bereitung aber noch unvollkommen, dahauptsächlich die Enden wegen Vcrfilzung und Härte fast ganz verloren gingen.
Z 5 Englische Aeres sind gleich 4 Schottischen. In Irland machen 100 Irische^s i «2 Englische.
Herr Plnmmcr wünscht dagegen, daß der Flachs nicht die völlige Reifedem Stiele erhalte.
') Es sind in der Flachsbcrcitnngs-Anstalt von Bernard 12 solcher Voltige^'Handen. Liefert nun ein solcher Bottig in fünf Tagen 22 Ctr. gerösteten Flachs,^ >st das Ergebniß von 12 Bottigen Pr. Jahr 10,272 Centner.