Band 
Erster Theil.
Seite
388
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Zgg lV. Klasse. Vegetabilische und thierische Stoffe.

t>. Die Haare der Fruchtkapseln des Lombax Coiba ll,., welche in den Fabrikengebraucht werden können, waren von Britisch Guiana ausgestellt.

c- Gewebe von den Blüthen der kia (im Katalog genannt 8acca z>nmali»llo-arrovroot), waren von den Gesellschaftsinseln ausgestellt und dabei bemerkt, daß d»Blüthen, wenn der Same sich zn bilden beginne, abgeschnitten würden; man theilesie dann in Streifen, hoble sie mit Muscheln, Planken oder anderen Werkzeuge»,wodurch die grüne Farbe und die innere Haut verschwinde und die sehr dünnen F»'fern sich von einander lösten, und trockne sie endlich in der Sonne, wodurch sie d»glänzende Weiße erhielten, welche den davon gemachten weiblichen Kopfputz auszeichne»-

Die Oekonomische Gesellschaft zn Manilla auf den Philippinen sandteProben zarter, hübscher Spinnstoffe »ntcr den Namen „pinmw, „jussi" und „bejncoso wie daraus gefertigte Gespinnste, welche man dort zn schönen Stoffen verweb»

Es fehlte aber an Nachrichten über den Ursprung.

Als Spinnstoffe, deren Acußeres empfehlend, deren Entstehnngs- und Bereitungs-art aber nicht zu ermitteln war, ist auch noch ein Kasten mit Pflanzenfasern von dUInsel Trinidad zu erwähnen.

Aus Britisch Guiana waren Fasern von Seidengras (silie Zrass l!l,re) von d»'Pflanzung Vigilance und Fasern von Fibisiri, vorn Flusse Berbice , ausgestellt.

Mehrere dieser mannigfaltigen und zum Theil neuen Stoffe, derensorgsame Beachtung auch unseren industriellen Landslcuten zu cmpfePlen ist, möchten sich wohl sür die Spinnerei bewähren; andere werde»das Feld, in welchem sich die, im Verfolg dieses Berichts auch nachder Seite ihrer Rohstoffe zu beleuchtende, Papier- und Steinpappe»^sabrikation bewegen, auf erfreuliche Weise ausdehnen.

') Illnstr. l!at. IV. S. 883. Blumenbach S. 149. Verhandlungen des Bereitznr Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen. 1850. S. 193 und 351, wo sich eil»Darstellung der Geschichte dieses Artikels vom Gehcimrath Nr. Beuth befindet.

In China ist dieses Gras seit undenklichen Zeiten in Gebrauch, sowohl senwpharmazentischen Eigenschaften wegen, als auch als Spinnstoff. Zn Un's Zeiten,3300 v. C. G., wurde es als Tribut von den Bewohnern des mittleren China ^dem Kaiserlichen Schatze abgeliefert. Die Chinesen nennen die Pflanze Aä, cN>Gattungs-Name, welcher viele Arten in sich begreift. Die LI»i M, P» Nä, lii"ülä, Inill Uä u. A. liefern den Spinnstoff

Wiewohl diese Pflanze auch wild wächst und in diesem Zustande alljährlich E»»Erndte giebt, so verwenden die Chinese» dennoch große Sorgfalt auf die Kultur der-selben, auf die Behandlung des Samens, die Vorbereitung des Bodens und die„nd Weise des Pflanzens derselben, und erzielen dadurch 3 Erndten jährlich. D»letzte giebt die feinste Faser. Das grünlich aussehende, im Gegensatz zn dem he»-Lrauncn, soll das beste sein. In heißen Gegenden soll das daraus bereitete Gewcb''dem Leinen vorzuziehen sein, weil es sich kühler trägt. Nach Einigen ist die S»^ j

stanz selbst ein schlechterer Wärmeleiter als Flachs, nach Anderen wirst die glänzen^ l

Oberfläche die Wärme besser zurück.

Nähere Nachrichten, durch Zeichnungen illustrirt, befinden sich in demKopositni'^ vvm Mai 1847, in einem in Paris erschienenen Schriftchcn des Herr»Hedde, Mitglied der letzten Gesandtschaft Frankreichs nach China , und in dem Zo>»"nal der agronomischen Gesellschaft Indiens von 1848, das in Kalkutta erscheint.

2) Briefe über die Industrie-Ausstellung von Blanqui , Deutsch von BrentanV-Fnrth 1853. S. 60.

Vlnmenbach, Materialwaarenkunde. S. 156. nennt es Lpartiuw tonacissimu»»8tigg tcnaeissima L. und hebt die besondere Nutzbarkeit der Blätter hervor.