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Erster Theil.
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400 IV- Klasse. Vegetabilische und thierische Stoffe.

scholl einen ausgedehnteren Absatz dort — wie dem Vernehmen nach auch i»Frankreich unter dem Namen Huile «io sclliste — gefunden hat. Bei dem außeror-dentlich gestiegenen Bedarf an Erleuchtungsstoffen ist diese seit etwa drei Jahrenhervorgetretene Benutzung eines ziemlich verbreiteten Minerals als eine zeitgemäßeEntdeckung zu bezeichnen und der Unternehmungsgeist der Herren Wiesmaun undComp., deren Hauptgeschäft der in Rnhrort betriebene Kohlenhandel ist. anzuerkennen^

Besondere Wichtigkeit hat das ätherische Steinkohleuöl gewonnen, seitdem esWagemann und Stobwafser in Berlin zu Anfang dieses Jahres gelungen, diesesOel, dessen Verbrauch in geschlossenen Räumen bisher durch den unangenehmen,von Kreosot und anderen Bestandtheilen herrührenden Geruch behindert war, durchwenig kostspielige Operationen davon zu befreien und zur Stubenbeleuchtung geeignetzu machen. Au Leuchtkraft übertrifft dieses Oel die Camphine noch bedeutend. DieLampen erfordern eine eigenthümliche Zuführung der Luft in das Innere und eineBrandscheibe, welche oben auf den Brenner aufgesetzt wird, und ohne welche die Lampequalmt. Das Quart dieses mit Saugedocht zu brauchenden Steinkohlenöls kostetin Berlin beim Engrosverkauf 10 Sgr.

Als Naphtha wird gewöhnlich das aus Steinkohlengastheer seit einigen Jahre»gewonnene, der Camphine ähnliche, jedoch unangenehm riechende Oel bezeichnet,welches in England, nach Einführung geeigneter Lampen, ziemlich stark gebranntwird. Dies Oel findet auch Anwendung zur Auflösung des Kautschucks.

Naphtha und andere durch fraktionirte Destillation aus Gastheer gewonneneProdukte hatte Oehler aus Offenbach ausgestellt (vergl. oben S 277).

In der H arrisschen Sammlung von Trinidad war Erdpech (N,splialt), Naphthaund Mineralöl in verschiedenen Proben ausgelegt. Der Pechsee auf dieser Insel hatetwa Englische Meilen im Umfange und liegt in der Nähe von Schlamm aus-werfenden Vulkanen. An den Ufern des See's ist das Pech vollkommen hart undkalt, aber gegen die Mitte hin befinden sich Quellen von flüssigem Pech. Bis jetztist es hauptsächlich nur zur Pflasterung benutzt; es wird aber begonnen, es auchzur Gas.-, Oel- und Düngcrbereitung auszuführen. Ausgestellt war Erdöl (Petroleum )von Quellen auf den Gnajo-Hügeln, nahe dem Pechsee; Pechschaum (Lollularpitcli), woraus die Oberfläche des See's hauptsächlich besteht; dichtes Pech, welchesandere Schichten in den Umgebungen des See's durchdringt; Glanzpech, welches inkleinen abgesonderten Massen in denselben Umgebungen gefunden wird; Pechtorf voneinem Sumpfe daselbst; Pech mit organischen Stoffen vermischt; mineralisches Koh-lenpulver, verfertigt ans Trinidad - Pech durch H. Warner als Surrogat fürThierkohle in Zuckerraffinericn; es soll zu etwa ein Fünftel des Preises der letzter»geliefert werden können; Erd- und Mineralöl, Naphtha, Ammoniakwasser und Kirche»von Trinidad -Pech; Pechschmiere gesunden zwischen Sandsteiuschichten; Sandsteindurchdrungen von Mineralöl und Naphtha. -)

Die Zunahme der Bevölkerung, der Civilisation, der Gewerbeund des Wohlstandes zieht auch einen wachsenden Verbrauch der Brenn-,Fabrik- und Speiseöle nach sich. Nach dem Durchschnitt 18^ betrugdie Mehrcinsuhr des Zollvereins an Leinsaat und Leindotter 252,679Ctr., ail Mohnsamen und Erdnüssen 7,201 Ctr., an Raps- und Rüb-saat 361,553 Ctr., an Hanfsaat 8,240 Ctr., an Baumöl 59,681 Ctr.,an Kokosnuß -, Palm- und Wallrath-Oel 137,076 Ctr., an anderemOel in Fässern 16,787 Ctr. jährlich. H Es kann deshalb für die va-terländische Landwirthschaft eine Ausdehnung des Oelfruchtbaumes, ins-besondere des Raps-, Rübsen- und Lcinbaues nur gewünscht werden-