§. 64. Oelkuchen und Oelkuchenmehl. 403
teln 19, zusammen 86 Aussteller aufgetreten, worunter 42 aus demBritischen Reiche und dessen Kolonien, 18 aus dem Zollverein, Nord-deutschland, Niederland und Belgien, 12 aus Nordamerika , 11 ausFrankreich und Portugal, 3 aus Oesterreich und Sardinien ; 16 wurde^ie ehrenvolle Erwähnung zuerkannt.
I. Oelkuchen und Oelkuchenmehl.
3» Deutschland werden die Oelkuchen leider zur Düngung fast gar nicht undAm Viehfutter in weit geringerem Maaße, wie in England verwendet. Diese Ver-sendung geschieht auch in sorgloserer Weise, indeni man die Oelkuchen, wenig zer-^einert, in Wasser zur Auflösung zu legen und dann dem Vieh zum Genuß hinzu-geben pflegt, wo dann der Nahrungsstoff, je nachdem das Material mehr oder wenigeraufgelöst ist, ein sehr ungleichmäßiger ist. Die oben (S. 401 ) angegebene Ausfuhrber Oelkuchen aus Deutschland geht fast nur nach Großbritannien. Aus Frankreich wurden 1836 — 1840 : ISO; 1840 — 1847 : 254 Millionen Kil. dorthin eingeführt.
Daß Oelkuchen in England sehr bedeutend zur Düngung und zum Futter ver-endet werden, ergab sich aus der überaus großen Zahl der in der Abtheilung derAndwirthschastlichen Maschinen ausgestellten Oelkuchenbrecher. Die meisten hattenAei Walzen, welche mit viereckigen, in der Wurzel starken Spitzen versehen sind, die'»ehr «per weniger in einander fassen, je nachdem die Walzen zu einem gröberen oderstilleren Produkt gestellt werde». Die Arbeit geht vortrefflich damit, und um rechtllines Produkt zu erzielen, hatte der Maschinenbauer Hornsbv, neben Garrett der^denkendste Fabrikant landwirthschastlicher Werkzeuge, vier Walzen angewendet, vonbenen das letzte Paar sehr seine viereckige Spitzen hatte. Da nun durch die feinereVerkleinerung der Kuchen die darin noch enthaltenen Oeltheile sich mehr auflösen'Ab so die Spitzen leicht zuschlewmen, so hat der Erbauer schmale Spiralfedern zurReinigung angeordnet, die auch ihren Zweck vollkommen erfüllen. Außerdem warensthr gut konstruirte Oelkuchenbrecher die von Stanly und Nicholson, von denenkkch namentlich die des Letztgenannten durch zweckmäßige Vorgelege auszeichneten.^Ae sehr einfache Maschine dieser Art war die von Samnelson mit einer Stachel-igste, die für kleinere Wirthschaften völlig ausreichen dürfte. Sorgsame WirtheZischen den so zerkleinerten Oelkuchen, wenn sie ihn zum Dünger verwenden wollen,i>t Harn.
Leinsaat und Rapskuchen, eingeführte und Englische, waren ausgestellt aus Lon-^n, Boston, Hüll, Beverley, Newcastle am Tyne und Dublin .
Als Futter gebraucht man die Leinkuchen in Großbritannien zum Mästen vonSchafe» und Ochsen.
Der Rapskuchen dient vorzugsweise zur Düngung des Walzens und der Rüben.^>cht ohne Erfolg beginnt man jedoch auch Rapskuchen mit Leinkuchen gemischt,
Fütterung der Schafe und des Rindviehes zu verwenden- Herr Puse y, Vor-kAridsmitglied der Königlichen Ackerbau-Gesellschaft für England, hat hiermit, wie
glauben, den Anfang gemacht. Auch bei den zahlreichen Oelen aus Ostindienfanden sich Oelkuchen aus Nepal .
Aus Deutschland waren Lein- und Rapskuchen vom Kommcrzienrath Wächter>n Tilsit und I. Peterson in Hamburg eingesandt, zum Preise von 1^ ThalerAr den Centner.
Als die ölreichsten unter den Oelkuchen werden gewöhnlich die von Leindotter,'"kshn und Nüssen, im zweiten Range die von Hanf, Banmwollsamen und Bucheckern^gesehen. Außer dem Schleim- und Oelgehalt kommt auch die Form und Dichtig-
in Betracht.
Wenn es gleich nicht in Abrede zu stellen ist, daß eine Düng er sorte einen
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