8. 64. Zuckerschaum. Guano. 405
Spanier als Dungmittel angewendet. In Europa begann erst gegen das Jahr 1841eine ausgedehntere Anwendung.
Die Britische Einfuhr des Guano betrug, als die Verrathe an der Afrikanischen Küste noch unerschöpft waren, 1845: 220,934 Tonnen, im Jahre 1847: 82,134 Ton-nen, im Jahre 1850: 116,926 Tonnen, deren Werth über eine Million Lstrl. beträgt.Südamerika ist gegenwärtig die Hauptqnelle desselben. Entdeckungen neuer Ver-rathe sollen jüngst von Franzosen an der Küste des westlichen Australiens gemachtworden sein.
Der Werth des Guano bestimmt sich nach seinem Gehalt an Ammoniak, phosphor-sanren Salzen und organischen Stössen. Der Afrikanische Guano hat die beträchtlichstenBeimischungen löslicher organischer Stoffe; der Peruanische ist merkwürdig wegender Menge des in ihm enthaltenen Harnsauren Ammoniaks, welches Salz sich sehrlangsam auflöst.
In England nimmt man an, daß 4 Centner Guano, welches die gewöhnlichauf einen Engl . Acre angewendete Menge ist, 0 in der Wirkung 15 Tonnen Stall-dünger gleich stehen. Er wird gewöhnlich mit zerkleinerter Erde gemischt, damit eruicht mit den Saatkörnern in unmittelbare Berührung kommt. In Gärten unddeinen Wirthschaften hat man es anräthlich gefunden, den Guano in flüssigem Zu-stande aufzubringen, in welchem Falle 4 Pfund Guano mit 12 Gallonen Wasser ge-mischt und, nachdem das Gemisch 12 Stunden gestanden hat, in dem Maaße vonr bis 1 Centner Guano mit 160 Gallonen Wasser zu einem Engl . Acre aufge-macht werden.
Was bis jetzt nach Deutschland von diesem nützlichen Dungstoff bezogen wird,i°Mmt meist von Südamerika über Stettin, Hamburg und Bremen . Nach Stöck-hardt sind im Jahre 1851 im Königreich Sachsen bereits 30,000 Centner davon ab-gesetzt; mehr Aufmerksamkeit darauf wäre zu empfehlen.
In Folge eines Beschlusses der landwirthschaftlichen Central-Vereine zu Frank-furt a. d. O. und zu Potsdam im November 1851 sind die von den KaufleutenGebrüder Behrend in Berlin (neue Friedrichsstraße Nr. 9) und E. EcciusUnd Sohn in Frankfurt a. d. O. übergebenen Guano-Proben einer chemischenPrüfung durch Herrn Geh. Medizinalrath Professor Mitscherlich unterzogen. DasResultat der Analyse war:
1. Guano-Probe von Eccius und Sohn in Frankfurt a. d. O. enthielt
in 100 Theilen:
Feuchtigkeit.. 14,0
Flüchtige (stickstoffhaltige) Substanzen, durch Glühen des
Guano bestimmt.60,1
Unverbrennliche Substanzen also.. 25,9.
Der Ammoniakgehalt für 100 Theile --- 17,98.
Der Stickstoffgehalt für 100 Theile --- 14,80.
2. Guano-Probe der Gebrüder Behrend in Berlin enthielt
in 100 Theilen:
Feuchtigkeit.10,2
Flüchtige (stickstoffhaltige) Substanzen >c.. . 55,2
Unverbrennliche Substanzen also.01,6.
Der Ammoniakgehalt für 100 Theile — 17,04.
Der Stickstoffgehalt für 100 Theile — 14,03.
Es stellt sich hiernach heraus, daß der Guano, von welchem die untersuchtenProben entnommen sind, in seinen düngenden Eigenschaften mit dem, neuerdings von°em, um die Verbreitung des Guano verdienstvollen Pros. Stöckhardt in Tharandempfohlenen ächte» Guano (Peruanischen ) nahe übereinstimmt und aus derselben