Band 
Erster Theil.
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408
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^08 IV. Klasse. Vegetabilische und thierische Stosse.

Von einem anderen Knochendünger-Fabrikanten, Herrn Tackerey, wurde einähnliches Verfahren angegeben; da er aber keine Rührvorrichtung anwendet, nimmter eine größere Menge Schwefelsäure, nämlich 50 Prozent. Der teigartigen Massesetzt er auf 100 Theile Knochen 60 Theile Knochenkohle zn; er läßt die Einwirkung1 — 2 Tage lang dauern.

Herr Spooner, Fabrikant zu Southampton , behandelt die Knochen auf ähnlicheWeise: er nimmt 25 — 33 oder 40 Theile Schwefelsäure auf 100 Theile Knochen-Um dem Gemenge Pulverform zn geben, wird es auf einer Schicht Asche ausge-breitet und mit einer solchen bedeckt. Das so erhaltene Gemenge wird in pulverige«»Zustande angewandt, oder in Wasser gerührt zum Beziehen verwendet. LetzteresVerfahren bewirkt eine sehr rasche Einwirkung. Man nimmt per Acre das AeqNl-valent von 4 Bushels oder l>0 Kilogr. gepulverter Knochen (222Kilogr. per Hektare)-

Wie die Englischen Landwirthe sagen, verdient dieser Dünger den Vorzug vorallen übrigen zur Beförderung des Wachsthums der Steckrüben. Dies erklärt dieWichtigkeit, welche man ihm in England beilegt, wo der Anbau der Steckrüben sehr'verbreitet, und wo man vielleicht zn freigebig damit ist; die Milchkühe sollen nämlichzu viel mit Steckrüben gefüttert werden und zum Theil aus diesem Grunde dieQuantität der Milch und Butter in vielen Städten Großbritanniens sich vermin-dert haben.

Der Französische Düngerfabrikant L. Raucher jun. zu Saumur, Maine undLoire , hatte sechs Krüge mit pulverisirtem Harn, Knochenmehl aus karbonisirtenund rohen Knochen, schwarzem animalischen Dünger und pulverisirtes Fleischausgestellt.

Zm Interesse der Deutschen Landwirthschaft ist die Vermehrung und Verbesse-rung der Knochendünger-Fabriken — unsere bisherigen wenigen Knochenmühlenkönnen kaum als solche angesehen werden — um so mehr zu wünschen, als dwKnochen, entgegengesetzt dem Guano, bei uns erheblich wohlfeiler sind, als in Eng-land, und als ohne gehörige technische Behandlung, welche dem einzelnen Landwirthgewöhnlich zu schwierig ist, das Dungmittcl nicht seine volle Wirksamkeit äußert-Wir möchten deshalb die Errichtung und Verbesserung der Knochenmühlen um svmehr empfehlen, da das dazu erforderliche Anlage- und Betriebs-Kapital nicht über-mäßig groß ist.

V. Mineralische Dungstoffe.

Die von Liebig den mineralischen Dungstoffen zugewandte Aufmerksamkeit h^sich zwar auch in England insofern zuerst unbefriedigt gefunden, als die anfänglichempfohlenen, der organischen Substanzen entbehrenden mineralischen Salzgemengemeist ohne Wirkung blieben °). Vielmehr bewährten sich die mineralischen Dün-ger nur dann vollständig, wenn sie stickstoffhaltige Materien'oder Ammoniaksalze ent-hielten, oder wenn ihnen solche beigemengt wurden. Bennet Lawes auf Rothamstederzielte unter solchen Umständen mit Mineraldünger Erndten von 38 Scheffeln Mat-zen, 50 Scheffeln Gerste und 27,000 Ktlogr. Rüben per Acre.

Herr Nesbitt, Direktor einer Schule für Chemie und Geologie in ihrer Anwen-dung auf Landwirthschaft zu Kennington, Kenningtonlane, zeigte eine Serie phv^phorsaurer Fossilien, welche sich zum Dünger eignen, und erhielt dafür (s. I. Klasseoben S. 259) die ehrenvolle Erwähnung; auch A. Ramsey, Marklane 15, undnoch fünf andere Briten hatten mineralischen Dünger ausgestellt.

Geologen und Chemikern war es schon früher bekannt, daß sehr viele Gebirgö-arten Phosphorsauren Kalk in kleinen Quantitäten enthalten, welche von Ueberbleib-seln darin untergegangener Thiere herrühren. Die in der Gegend von Edinburg und anderwärts in den Kalkschichten gefundenen Koprolithen (muthmaßlich Erkre-mente vorweltlicher Thiere), welche 5 — 35 Prozente Phosphorsauren Kalk enthal-