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Erster Theil.
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§. 64. Knochen und Knochenmehl. 407

verwendet man ein so theures Material nicht leicht auf Boden, wo wegen andererUrsachen leicht Fehlerndten eintreten.

Man wendet die Knochen theils blos gepulvert, theils gepulvert und durch Schwefel-säure zersetzt, theils verkohlt, nachdem sie in den Zuckerrafsinericn gebraucht sind, an.

Einer der geschicktesten. Knochendünger-Fabrikanten, Herr Hunt in London (klinkst?. I.Lin1,etIi) beobachtet folgendes Verfahren:

Die aus der Umgebung der Fabrik frisch ankommenden Knochen werden zunächsteiner besondern Behandlung unterzogen, um das Fett aus ihnen zu gewinnen. Manwirft sie nämlich nach einander in einen Trichter, an dessen Fuße sich zwei CylinderAhnden, wovon der eine aus sieben großen, dicken, gezähnten Scheiben von 25 Cen-twieter Durchmesser zusammengesetzt ist, welche durch ebenfalls gezahnte Scheibeng>r 15 Centimeter Durchmesser von einander getrennt sind. Der andere CylinderWeht aus sechs großen, eben so von einander getrennten Scheiben, welche in die^wischenräume der sieben großen Scheiben des ersten Cylinders eingreifen. Es ver-Wt sich, paß die, zwischen die Zähne der Leiden, in entgegengesetzter Richtung sichGehenden Cylinder hineinfallenden Knochen darin stecken bleiben und zermalmt wer-W. Die so gröblich zerriebenen Knochen werden in einen halb mit Wasser gefülltenNessel geworfen, der mittelst Dampfs auf 80° R. erhitzt wird; die bei dieser Tem-gratnr geschmolzene Fettsubstanz tritt aus den Knochenhöhlen und den Zellen her-aus. Man nimmt das obenauf schwimmende Fett ab; es beträgt 5 Prozent «omGewichte der Knochen, und wird in derselben Fabrik zur Seifenbereitung verwendet.

Die ihres Fetts beraubten Knochen werden nun, vermengt mit den von aus-wärts bezogenen trocknen Knochen, welche eben so zermalmt wurden, weiter behandelt.Sie werden gemeinschaftlich noch mehr zerkleinert, indem man sie näher an einanderWellte gezahnte Cylinder passiren läßt. Mittelst einer cylindrischen Beutelvorrich-iung von durchlöchertem Eisenblech werden die größeren Stücke abgesondert und dannNeuerdings gemahlen.

Ein Theil der Knochen wird schon in diesem Zustande an die Landwirthe ver-baust; sie wirken langsam, aber wie ein zugleich organischer und mineralischer Dünger.

Für Landwirthe, welche eine schnelle Wirkung vorziehen, zersetzt der Fabrikant^ gepulverten Knochen durch Schwefelsäure; zu diesem Behufe läßt man sie1^2 Tage in Wasser liegen, bringt sie dann mit 35 Prozent ihres GewichtesSchwefelsäure in einen großen, gußeisernen, mit Blei gefütterten horizontalen Cy-linder von 2 Meter Länge und 1 Meter Durchmesser; derselbe ist oben mit einerÖffnung versehen. Man setzt nun die durch den Cylinder gehende Achse in Um-gehung; dieselbe ist mit eiserne» Armen versehen, welche das Gemenge 4 — 5 Stun-g» lang umrühren; in dieser Zeit werden die Knochenstücke auch im Innern zersetzt,schwefelsauren Kalk und sauren phosphorsanren Kalk; dabei wird auch der Zu-samnienhang der organischen Materie aufgehoben, welcher die Knochen ihre Festigkeitverdanken. Nachdem man sie auf diese Weise zerreiblich gemacht hat, dreht manW Cylinder im halben Kreise, so daß sich die Oeffnung in seiner Längenrichtungunten befindet; dabei fällt das Gemenge in einen Kasten. Nun bringt man den^linder in seine erste Stellung zurück, und fängt die Operation von vorn an.

Die gesäuerten Knochen können in diesem Zustande in den Handel geliefertwerden; Herr Hunt zieht es aber vor, sie mit ihren: gleichen Volum Knochenkohle,gm Rückstände der Zuckerrafsinerien, zu vermengen, um durch letztere einen TheilW überschüssigen sauren Flüssigkeit zu absorbiren oder zu sättigen, und außerdemg>n Gemenge Pulverform zu geben, in welcher es leichter auf dem Felde zu ver-gelten ist. In dieser Fabrik genügt eine Dampfmaschine von acht Pferdekrästensunl täglichen Zerreiben von 7500 Kilogr. Knochen. Den Landwirthen wird dasGemenge aus gesäuerten Knochen und Knochenkohle zu 50 Schilling per 250 Kil.über etwa 3^ Thaler für den Centner geliefert.