416 IV. Klaffe. Vegetabilische und thierische Stoffe.
Brette Raum gelassen ist, damit die erwärmte Luft es nach allen Seiten hin bestreuche» kann. An der Decke des Lagerraumes find Ventilatoren angebracht, mittelst wel-cher die Lustströme, die ihren Dienst gethan und eine gewisse Menge der ausdünstendenFlüssigkeit in sich aufgenommen haben, wieder abgelassen und durch frische ersetztwerden. Durch das Newton'sche Verfahren soll nicht allein das Werfen, sondern auchdas Faulen und die Trockenfäule verhindert und überhaupt das, zu den meisten Ver-wendungen unentbehrliche Trocknen sehr beschleunigt werden. Man sah HolzstückOdie nur auf der einen Seite ausgetrocknet worden waren. Nach den Angaben desAusstellers verliert Weißbuchen - (Hornbaum-) Holz 13,82 Proz. des Gewichts, Eben-holz 16, Nußbaum 2V, Mahagony 26,g, Pappelholz 48,75 Proz. Ein zolldickes StückEbenholz brauchte 15 Tage zum völligen Austrocknen.
Das auf solche Weise gezeitigte Holz soll sich in der Qualität verbessern. Dirvon Willis gebaute große Orgel, welche sich in der Ausstellung befindet, ist ausHolz gemacht worden, welches aus nassen Stämmen geschnitten, und auf dem ange-gebenen Wege in sechs Wochen getrocknet wurde. Pvlirte Muster von Holzarten, dieselten zu Zierarbeiten verwendet werden, aber aus solche Weise austrocknungs- undverbrauchsfähig sind, finden, neben den daraus gefertigten Holzwaaren, sich ebenfallsausgestellt, z. B. so ausgetrocknetes Irländisches Snmpfhvlz, Eiche und Eibe, wor-aus Kartenhalter, Kästchen, Möbelwerk und Tintenfässer, auch plastische Holzarbeitengemacht sind. Das in den Mooren Irlands in einem halbfossilen Zustande vorkom-mende Holz hat häufig eine schöne Farbe und dichte Textur, und eignet sich vor-trefflich für den Schnitt. Die in solcher Lage gefundene Eiche (bog-oalc) ist schwarz,die Eibe (boA-^ew) hat eine helle braune Farbe.
Neben diesen Sumpfhölzern findet man eine Sammlung, die von einem merk-würdigen Maulbeerbaum herrührt, welcher 400 Jahr alt wurde, in Trinity Collegrstand, und den der letzte große Sturm knickte.
Eine Reihe Proben von Irländischem Sumpf-Banholz ist an der Wand aus-gestellt.
Nr. 21. I. Bethel in London (8 karliament 8tr., ^Vestininster) tränkt dasHolz mit Theer oder Brandöl, oil ok tar, einem Erzeugniß der trocknen Destillationdes Holzes. Diese Flüssigkeit enthält viel Kreosot, weshalb diese Behandlung derHölzer auch Kreosotiren genannt wird. Die Fähigkeit dieser Flüssigkeit, der Fäulnißzu widerstehen, ist schon aus der Wirkung bekannt, die das Räuchern des Fleischthervorbringt. Es waren Holzstücke ausgestellt, die nach einer solchen Behandlunglängere Zeit in Gebrauch waren, ohne Schaden zu leiden. Eine Eisenbahnschwellehatte sogar 11 Jahre in der Erde gelegen. Andere Stücke waren 4 Jahre in derSee und hatten sich gut gehalten, während die nicht zubereiteten Hölzer von de»Bohrmnscheln sehr übel zugerichtet worden waren.
Dies erinnert an das Verfahren von Bouch erie, der die noch auf der Wurzelstehenden oder frischgefällten Stämme mit verschiedenen Flüssigkeiten durchdringenläßt, und neben verschiedenen salzigen Flüssigkeiten auch Holzsäure mit gutem Er-folge anwendet, Dingler, Polyt. I., Bd. 08, S. 56. Proben von Hölzern, dienach seiner Methode zubereitet waren, standen unter Nr. 1104 der Französischen Ab-theilung und es wurde ihm dafür die Preismedaille zuerkannt.
Auch von Payne's Behandlungsart waren Proben vorhanden.') Das We-sentliche des neueren Verfahrens von Payne besteht im Tränken des Holzes zuerstmit der Auslösung eines Barytsalzes und dann von Eisenvitriol, wodurch in dengefäßen unauflösliche Niederschlüge von schwefelsaurem Baryt entstehen, die der»späteren Eindringen der Feuchtigkeit Widerstand leisten.
Für solche Dinge, die sich erst durch lange Erfahrung unter verschiedenen lllii-ständen bewähren, ist freilich eine Ausstellung von geringerem Nutzen. Aber dü