8. 66. Holz-, Tors- und Pflauzenkohlen, Kohlenstaub. 419
sowohl im kleinen amtlichen als im illuslr. Katalog; sie waren wohl zu spät ein-gesandt.
Illust. 6at. I. S. 191.
s) Otk. llat. IV. Klasse, S. 21, Str. 19. Hunt'» llantlbooü S. 171.
8 . 66 .
Holz-, Torf-, und Pflauzenkohlen, Kohlenstaub, Holzessig,
Zündhölzer.
I. Holz-, Tors- und Pflauzenkohlen.
Zu den Holzkohlen wurden bisher nur die gröberen Holzsortimente, Letbholz undWarkes Astholz benutzt; wenn man auch mitunter die oberen Schichten der Kohlen-meiler mit kleinerem Holz besetzte und die fast werthlosen Abfälle in den Holzschlä-R» auf diese Weise noch durch Ausfüllen leerer Räume in den Meilern auszunutzensuchte, so wurde doch wenig dadurch erreicht. Die Berkohlnng des Holzes in ge-schlossenen Oefen hat zu günstigeren Ergebnissen geführt.
Der Fabrikant Popelin Ducarre, Nonlevarll ll« I'Nöpital, Paris , zeigtelchvne Proben „künstlicher Holzkohle" (artilicial cbarcoal), welche durch ein ökono-misches Verfahren aus Holzkohlen- und Torfkohlcnstaub, der Kohle aus kleinen^aunizweigen, Haidekrant, erschöpfter und verkohlter Gerberlvhe, gemischt mit Gas-tier, erzeugt war, und erhielt dafür die große Verdienstmedaille. Die Pariser Gas-anstalten liefern 5 Millionen Kilogr. Theer, welche zur Fabrikation von wenigstens^ Mill. Kilogr. Kohle ausreichen würden. Die Fabrik des Ausstellers erzeugt täg-*sch in 4 Oefen 150 Hectolitres Kohle, welche 4950 Kilogr. wiegen. Das Näheretrüber ist in Dingler's polytechn. Journale Bd. 121. Seite 422, 430 enthalten.
Die Chemikalien-Fabrikanten Gebr. Kuhlmann zu Lille im Norddepartementlwoduzirten unter andern chemischen Erzeugnissen eine auf eigenthümliche Weise prä-lMrirte Holzkohle.
Wilhelm Meyer, «djungirter Vogt zu Warnemünde , Inhaber einer Ofen-köhlerei bei Warnemünde stellte aus: Ho^kohlen (Blichen, Erlen, Eichen, Nuß,Hollunder) produzirt in besonders dazu eingerichteten Oefen, für Eisen- :c. Gießereien,dulverfabrikätion w.; Holzkohlenstaub, doppelt geglüht und besonders zubereitet fürU-^stillateure; Holz- und Torfkohle, pulverisirt als Düngungsmittel; Holz-Cinders,teilweise gekohlte wasserfreie Holzblöcke zur Lvkomotiv-Anheizung ic.; Torfkohle für^llenschmelzen zur Stählgewinnung, in besonderen, von: Aussteller erfundenen Ver-,°hlungsöfen; Wilhelm Meyers Torf-Komposition, eine harte, feuerkräftige, mit hel-^ Flamme ohne Rauch brennende Masse, zu Dampfmaschinen rc.; Torfkohle, pul-^drisirt, doppelt geglüht zur Branntweinreinigung.
Ik. Unter den zu technischen Zwecken dienenden Kohlen sind die zur Verfer-*hui,g des Schießpulvers wichtig. Man wählt dazu vorzugsweise Hölzer
Faulbaum, Hartriegel, Brombeerstande, Erle», Linden, Weide», Haselnuß,mappel, Kastanie», auch Hanfsrengel, Flachs und alte Leinwand, überhaupt leichteM>d weiche Substanzen, welche eine sehr poröse, leicht zerreibliche, leicht entzündliche,Ichuell verbrennende und wenig Asche zurücklassende Kohle liefern.
3. H. M. Violette zu St. Omer : Holzkohle, durchs Verkohlen mittelst über-holen Wasserdampfs erzeugt, für die Fabrikation von Schießpulver. Diese Holzkohle'Mrd schon von einigen der größten Pulverfabriken Frankreichs angewendet und wurdevon Seiten des Ausstellers behauptet, daß dadurch eine Ersparniß von 40 ProzentVgen früher bewirkt werde.
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