428 kV. Klasse. Vegetabilische und thierische Stoffe.
Manufakturen dieser Provinz gebrauchten Karden gewonnen. Die jährliche Einfuhrdieser Provinz schwankt zwischen 3600 und 5000 Centner. Sie kommen aus deinsüdlichen Frankreich und Belgien, die besten ans der Gegend von Avignon ; dieBelgischen sind diesen nicht gleich, aber immer brauchbar. Der in Rheinpreußenselbst produzirte Theil ist von geringer Qualität und wird nur in Verbindung mitden genannten ausländischen Karden verwandt. Aehnlich verhält es sich in Schleisien, wo die Tuch-Appreteurs bis jetzt in Hinsicht der Bedingungen ihres Gewerbe-betriebs von dem Gedeihen der Französischen Kardenerndte sehr abhängig sind.
Die Gesammteinfuhr des Zollvereins beträgt gegen 11,000 Ctr. (Dieterici S. 475)',nach Abzug der Ausfuhr stellt sich die Mehreinsuhr auf 8000 Ctr. jährlich im Werthvon etwa 100,000 Rthlr., zu deren Produktion etwa 1000 Morgen erforderlich wären.
Da es vornemlich darauf ankommt eine der Französischen ähnliche Karde zuziehen, so empfiehlt sich die Vertheilung von Französischem Samen. Namentlichscheinen sich die Gegenden von Düren in der Rheinprovinz und von Halle in Sachsmfür diesen Knlturzweig zu eignen, wiewohl auch weiter östlich z. V. zu Chodziesen , imNetzdistrikt, einiger Kardenban stattfindet.
V. Knrbisartige Gewächse sandte Trinidad : sie waren wegen der schönen Formund des Schnitzwerkes, mit dem mehrere künstlich verziert waren, merkwürdig. Es sinddie erdfarbenen Früchte der vroscentia knjntc, eines Baumes, der zum Geschlechtder Trompetenblumen gehört.
VI. Eine Schachtel getrockneter Eremplare verschiedener Arten Kannenkräuter(klogeiitlies elestitlatoria, 8:>ri»ooi>ia-Arten), eingesendet von Cooke in London , ver-sinnlichen eine höchst merkwürdige Abweichung in der Blattbildung, welche die Blätterzu wasserhaltigen Gefäßen macht.
>) Der Korkhandcl und die Psropfenfabrikation in Spanien . Handcls-Archivfür 1851, Band II. S. 119.
2) Oktic. Kais!., Kl. IV., Seite 87, Nr. 8a. Hunt'« Ilanelboolr. Seite 174-Gradstreifige Blätter an Knoten, schmal, enden in einer Ranke, welche sich in eineweite Röhre ausdehnt mit einem deckelartigen Blatt, wie bei einer Kanne (pitclw)-Oken's Natnrgesch. Bd. III. S. 1368.
8 - 69 .
Gummi, Harze, Balsame und Federharze.
In der Handelssprache bezeichnet man mit Gummi mehreresehr verschiedene Substanzen, nämlich Gummi, Harz, Gummiharz-Gummi ist der Name eines in kaltem Wasser löslichen, stickstofffreienPflanzenschleimes, der aus dieser Lösung durch Alkohol und basischeBleisalze niedergeschlagen wird. Harz ist eine Substanz, die sich mNin Spiritus oder in ätherischen Oelen auflöst, während Gummi-harz ein Pflanzenprodukt bezeichnet, das beide, Gummi und Harz, insich enthält. Das Federharz (Kautschuk, elastisches Gummi) unter-scheidet sich in Betreff der Anflöslichkeit von den genannten wesentlichdadurch, daff es sich mir in alkoholfreiem Aether, ätherischen Oelenund in Schwefelkohlenstoff auflöst. Ohne chemische Analyse ist es nichiimmer leicht, zu bestimmen, welcher dieser Gruppen eine neue und un-bekannte Substanz angehört. Wir werden nachstehend erst die Gummi-