§. 69. Federharze, Kautschuck und Gutta-Percha. 435
Briten, aus Kanada , Labua» und der Türkei war Gnita-Percha ausgestellt. Aufmerkwürdigen Eigenschaften dieses Stosses und die daraus darzustellenden Fabri-kommen wir in der XXVIII. Klaffe zurück.
Eine neue Behandlung des Kautschuck und der Gutta-Percha ist neuerdings vonGustav Gerard in Paris einpfählen und trat auch auf der Ausstellung hervor.Bisher behielten alle Auflösungen des KautschnckS, sie »lochten dünn oder dickstets eine große Kohärenz und Elastizität; das Lösungsmittel, welches esllin mochte, machte den Kautschuck bedeutend aufquellen; erst nachdem derselbe auf-quollen ist, beginnt der Akt seiner Auflösung, weshalb eine große Menge von dem^sungsmittel erforderlich ist. Um diesen Uebelständen abzuhelfen und eine dickeAuflösung zu erhalten, ließ man bisher den Kautschuck in dem Lösungsmittel auf-quellen und preßte ihn hernach mittelst Walzen; die nach diesem Verfahren dargestellteAuflösung behält jedoch eine sehr große Cohäsion und Elastizität.
Es ist deshalb erstrebt, der konzentrirteu Auflösung des Kautschucks ihre Zähig-'ll und Elastizität vorübergehend zu entziehen und dem Kautschuck nach dem Verdunsten^ Lösungsmittels die Form von Teig, und seine früheren Eigenschaften wieder zuistbe». Das dazu vorgeschlagene Verfahren besteht darin, daß mit dem Lösnngs-"Uttel, welcher Natur es sein mag, eine gewisse Menge Alkohol vermischt, und hcr-''uch der Kautschuck maeerirt wird; er dehnt sich dabei mir wenig aus und nachStunden ist er im Zustande eines Teiges, welcher in jede beliebige Gestalt ge-l°ruit werden kann. Als Lösnngsmit'tel verwendet Gerard vorzugsweise Schwcfel-"hlenstvff und Chloroform, Schwcfelälhec, Steiuöl, die ätherischen Stcinkvhlenöle"der Terpentinöl, welche mit 5 — 50 Prozent Alkohol vermischt werden. Je nachDicke per verlangten Anflösuug versetze mau einen Theil Kautschuck mit seinemDeiche,, Gewicht bis 30 Theilen alkoholhaltigen Lösungsmittels; nach Verlauf von^Ue,„ oper zwei Tagen unterziehe mau den Teig der Operation des Kuetens auf ge-wöhnliche Weise (in der Wärme), nämlich, wenn man eine gleichförmige Auflösungerhalten beabsichtigt und in dem Falle, wenn sie mit kleinen Quantitäten der Lö-lbbgsmittel bereitet wird. Im entgegengesetzten Falle ist das Erwärmen ganz nutzlos.
Die Gutta-Percha knete man in der Wärme mit einer kleinen Quantität Lo-lbugsniittel, wodurch sie vollkommen gereinigt wird; dann löse man sie in der Mi-schung von Alkohol und Schwefelkohlenstoff auf, und verdünne sie, bis sie einen dicken^hrup darstellt, welchen man 3 — 4 Tage stehen lasse. Die Nnreinigkeiten setzenWch dann auf dem Boden ab, oder schwimmen auf der Oberfläche. Man ziehe hier-den mittleren Theil ab, welcher die Gutta-Percha im Zustande vollkommener^'"iheit giebt.
Der Charakter der Erfindung ist also die Vermischung des zum Auflösen des' äntschucks gebräuchlichen Lösungsmittels mit Alkohol. Der Alkohol besitzt bekannt-"ch die Eigenschaft, den Kautschuck aus seinen Auflösungen sehr schnell niederzu-legen; indem man nun den Alkohol mittelst eines Lösungsmittels in die innerenheile des Kautschucks eindringen läßt, trennen sich die einander adhärirenden Theil-^he», welche die Kantschnckmasse bilden, mehr oder weniger von einander, wo sie dannw>ch Druck leicht von einander gesondert werden können und in der dadurch erzieltenn"Ni, verbleiben; erst wenn das Lösungsmittel und der Alkohol verdunstet sind, kehrt^ Kautschuck in seinen ursprünglichen Zustand zurück.
Anstatt des Alkohols kann man bei diesem Verfahren die Lösungsmittel desAttisch,auch „E anderen Flüssigkeiten verdünnen, welche, wie z. B. Holzgeist,
^ j'jelöl w., die Eigenschaft besitzen, den Kautschuck nicht auszulosen, sondern ihn aus^nei, Auflösungen niederzuschlagen.
') Die gemeine Knorrentanne, Umnmara »Um, ariontalm. Oken allgemeine^Urgeschichte, Bd. III. S. 35L. Blnmenbach S. 3,SS.
Zeitschr. d. Niedervsterr. Gewerbevereins 1851, S. 183 n. polytechn. Jonrn-
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