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IV. Klasse. Vegetabilische und thierische Stoffe.
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Gummisurrogate, Moose, Flechten, medizinische undFärbe-Pflanzen.
I. Gummisurrogate aus Mehl.
Stürkegummi, auch geröstete Stärke, Leiogomme, oder Englisches Gummi g?'nannt, ist ein braunes Pulver, welches durch Rösten von Kartoffel-, noch besser »oi>Waizenstärke bereitet wird.
Die in kaltem Wasser unauflöslichen Stärkekörner verlieren in einer Hitze von200 ° R. einen gewissen Antheil Wasser und werden hierdurch unter Annahme einergelblichen Farbe, in kaltem Wasser vollkommen auflöslich. Neben andern Zweckenwird die geröstete Stärke zur Verdicknng der Farben bei der Banmwolldrnckerei, auchbei der Band- und Buntpapierfabrikation gebraucht.
Auch das Dertrin bildet ein ähnliches Gnmmisnrrogat, welches in warineNWasser aufgelöst wird, während man beim Leiogomme kaltes Wasser anwendet.
Die Stärke» haben wir bereits oben (S. 310) erwähnt, es bleibt uns hie"übrig die Aussteller dieser Gummisnrrogate zu nennen.
Unter den Briten, wo in neuester Zeit mehrere neue Verfahren, StärkeguM»"zu gewinnen, hervorgetreten sind, wurden: Colman zu College Hill, wegen sei"^Stärke und Britischen Gummi's, unter welchem Namen eine gedörrte Stärke ausg^stellt war; und der Fabrikant Tucker zu Lenton bei Nottingham , wegen Stärke u»i>Britisch-Gummi, letzteres um das ächte Gummi bei der Baumwollen-, Wollen-'Seiden- und Tapetenfabrikation zu ersetzen, mit der Preismedaille geehrt.
Unter den Franzosen zeichnete sich I. I. Steinbach zu Petit Qnevilly be>Rouen , durch Gummi, Chlorophyll und Stärke für die Fabrikation von gedruckte"Kaliko's, aus.
Marzelin Augan zu Paris hatte ebenfalls ein lobenswerthes Surrogat f>ssArabisches Gummi, durch ein neues Verfahren erzeugt, welches dieselben Dienste ^allen gewerblichen Zwecken leisten sollte, unter dem Namen Gommeline ausgestellt-
Aus dem Deutschen Zollverein, dessen umfangreiche Stärke-Sendungen)"^oben erwähnten, sandten:
die Loburger Fabrik bei Magdeburg , 5 Flaschen Gummi aus KartoffelStärke, in Stücken und gemahlen, den Centner zu öz und 10 Rthlr.
G. W. Ho ffmann iu Jngenheim bei Darmstadt , Dertrin in 2 Barietcite"'nämlich Gommeline und Leiogomme, zum Ersatz des Senegal - und Arabisch^Gummi's, zum Appretireu vieler Gewebe, zum Aufdrucken der Farben auf Wotll-Bamnwolle und seidene Zeuge; und
August Werth und Comp., Stärke- und Gummi-Fabrikant zu Bonn ,Muster von Waizenstärke und Kartoffelmehl und aus beiden gefertigte chemisch-t^'nische Fabrikate, namentlich Dertrin und Leiogomme, auch gebrannte WaizenstärVwelche, erheblich wohlfeiler, wie das Arabische Gummi, dasselbe Lei der Kattundrucke^und Seidenwaaren-Appretur immer mehr verdrängen. In Deutschland ist Sachff"der Hauptsitz dieses Produktionszweiges.
Aus den Niederlanden sandten die Fabrikanten Schoneveldt und Wäste*"baar Kartoffelstärke, Gummi- und andere Kartoffelprodukte.
II. Pflaumen- und Mandelgnmmi.
Pflaumengummi, ein aus der Rinde der Pflanmenbäume ausschwitze"^und den geringeren Gummisorten ähnlicher Psianzenschleim von süßlichem Gesch"'" .und dunkelgelber zuweilen auch bräunlicher Farbe, so wie ähnliches Mandelgui""'aus Hnelva in Spanien war zu 1 Real für das Pfund notirt.