Band 
Erster Theil.
Seite
437
JPEG-Download
 

437

§. 71. Aethen'sche Oele und Essenzen.

III. Moose, Flechten, medizinische »nd Färbe-Pflanzen.

C. Kiest ein zu Hirschberg hatte an Drognen aus dem Schlefischen Gebirge:aöländisches Moos frei Hanibnrg den Centner zu 3^ Rthlr., getrocknete HeidelbeerenEtc. zu Rthlr., Liebstöckel zu IS Rthlr., Baldrian 10 Rthlr., Nießwurz 8 Rthlr.,Angelika zu 9 Rthlr. den Centner ausgestellt; Gottschick aus Agenbach undSchur» zu Dobel im Württembergischen hatten gedörrte Heidelbeeren das Pfundin 15 Kr. und Schmidt zu Kalmbach gedörrte Früchte und Parfüms von Him-Unerrn ausgestellt.

Die ausgestellten medizinischen Pflanzen, sowie die Gegenden, denen sie ihrenUrsprung verdanken, sind sehr zahlreich. Spanien sandte deren aus Oviedo, Leon,^alizien, Hueska, Zamora, Saragossa, Segovia, Barzeloua, Malaga , Cvrdova, Se-dllla, Granada , Gerone, Vittoria und von den Balkarischen und Canarischen In-^in; noch viel bedeutender Ware» die Indischen Sammlnngen.

Diese zahlreichen Sammlungen, mit vielen für die Arzneikunde und die Chemietvichtigen Wanzen, müssen dem besonderen Studium der Heilkundigen vorbehaltenReiben; manche dieser Artikel könnten durch ihren Ueberfluß und ihre Billigkeit Han-^lsartikel werden, wenn der Transport der Produkte der warmen Länder erleich-llrt würde.

Das Verzeichniß der von Dr. Royle auf den Bazars der Präsidentschaft Beu-tle» gesammelten offizinellen und auch in den Gewerben gebrauchten Artikel, mitonigen Hinzufügungen von Dr. Falkoner aus Kaschmir und anderen von Dr. Stocks"us den Bazars von Scinde, — welche Sammlung die meisten der nützlichen Pro-bnkte Indiens enthielt, und den Forscher iil den Staud setzte, viele der, den Griechen"»d Arabern bekannten Substanzen festzustellen, wie Dr. Royle in seinen Werken:"Versuch über die Alterthümer der Hindu-Heilkunde (Lssa/ on tlie ^ntiguit^ ok^inäov üloclicine)" und „Illustrationen der Himälaya-Botanik," zu zeigen versuchthat — füllt 15 Seiten des großen illnflrirten Katalogs (?srt IV. S. 883).

Die Farbepflanzen, nebst den daraus bereiteten Farbstoffen und Farben,werden wir in der XVIII. Klasse beleuchten.

8 -

Aetherische Oele und Essenzen.

Obschon diese Körper mit den oben (§. 63) erwähnten gemein-schaftlich die Benennung Oel führen, so sind sie doch sowohl in ihrerchemischen Konstitution, wie in ihrer äußeren Beschaffenheit wesentlichdem denselben verschieden. ' Die ätherischen Oele, die man früher auchwesentliche Oele, flüchtige Oele und Essenzen nannte (Engt. blssential0>ls), sind ihrer Natur nach flüchtige Körper, welche nicht nur beihöheren, sondern auch bei den gewöhnlichen Temperaturen der At-mosphäre verdampfen, ohne, wofern sie rein sind, eine Spur zurückzu-^ssen. Sie zeichnen sich, ohne Ausnahme, durch einen mehr oder we-niger starken Geruch aus, der ihnen selbst angehört, und sind, mit Ein-schluß einiger Gasarten, die alleinigen Träger alles Riechbaren. DieGerüche der ätherischen Oele sind meist sehr angenehm, und daher bil-öen sie die Grundlagen aller eigentlichen Parfüms. Sie sind in Folgessrer Flüchtigkeit leicht entzündlich, und verbrennen mit einer stark