Band 
Erster Theil.
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445
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§. 73. Schaf-, Alpaka- und Llama-Wolle. 445

Heerde mir aus 200 Stück bestände und ursprünglich jenes Wollerzeuguiß aus" krankhaften Beschaffenheit eines Thiers hervorgegangen sei. Algerien hatte 3Aussteller.

. e. Aus Toskana hatten 3, aus Sardinien 4 Aussteller Fließe vorgelegt, die'"deß die Aufmerksamkeit nicht auf sich ziehen konnte».

k. Unter den 7 Ocsterreichischen Wollen zeichneten sich die der Grafen Larisch,^ittrowsky und Hunyady aus, doch konnte man dem letzteren den Mangel"n Geschlossenheit zum Vorwürfe machen; Lei hoher Feinheit fehlte doch dieKraft und der Reichthum. Das Streben des Landwirths muß dahin gehen, Quan-nnd Qualität zu verbinden, während der Fabrikant selbstredend nur auf die letz-te den Werth legt, nnd daher kein Führer ist, dem der erstere blind vertrauen darf.^saac Figdor nnd Sohne, aus Wien , hatten schöne Ungarische und Schlesischeschaff und Lammwolle eingesandt.

8- Hatte der Zollverein nnd namentlich der Preußische Staat durch 14 Ans-steller, Königreich Sachsen durch 1 und Weimar durch 1 Anssteller, sehr schone Wollegeliefert, so mußte es doch auffallen, daß viele der edelsten Hcerden nicht repräsen-waren und daß das Königreich Sachsen so wenig gesandt hatte. Die Wollenb"" Lehman» in Kosten, Lübbert in Zweibrodt, vom Remonte-Depvt zu^'eptow a. d. R, von Hep aus Heynsburg, vom Oberbnrggrafen von Brünneck""k Belschwitz und Trebnitz, vom Grafen Schwerin auf Wolfshagen und vom^ekonomie-Rathe Grafs zu Münchenhof erregten besondere Aufmerksamkeit.

Herr v. Brünneck sandte das Fließ eines Merinobocks und eines Merino-^afs a»S der Belschwitzer Heerde, welche Aussteller zunächst durch einen rein ge-haltenen Finke-Kösitzer, aus den ersten im Jahre 1763 von Spanien nach Sachsen übersiedelten Original-Merino's, vorherrschend von Escurial-Ra<;e hervorgegangenen^tanim im Jahre 1814 begründet, später durch eine Auswahl homogener Thiereedelsten Sächsischen und Oberschlesischen Heerden 1820 bis 1824 erweitert undHilde,» in sich durch individuelle Paarung sortgezüchtet hat. Es ist dabei auf diebrei wesentlichen Eigenschaften, Feinheit, Sanftheit und Lüster der Wolle, verbunden""t vollem Stapel, das Hauptgewicht gelegt und so eine selbstständige, sich konstantbererbende Blutraoe erreicht worden, welche den Escurial-Charakter am reinsten in!lch aufgenommen und ausgebildet hat. Die Heerde zählt 5500 Köpfe. Die Wolle'st durchschnittlich, also mit Einschluß der Lamm-, Locken und Stcrblings-Wolle, ver-tust den Centner zu 107 Rthlr.

Oekonomie-Rath Grafs hatte ein ausgestopftes Schaf und ein Fließ ge-liefert nnd die Kenner vermochte» um so mehr den Wollreichthum und den kräf-llgen Ban des Thieres zu würdigen. Der Legationsrath von Küpfer zu Czaizelkndte zwei Meriuofließe von zweijährigen Müttern, ausgestellt wegen Feinheit undRegelmäßigkeit des Wollbaues und als Belag 'zu den Fortschritten der Wollzucht inden Preuß. Gegenden der Weichsel und Netze, der Ctr. 100 Rthlr. Oberamtmann^°vdniann zu Liszkowo in Kujawien , sandte 2 Wollfließe, ausgezeichnet durch dieRegelmäßigkeit des Stapelbaues, der Ctr. Wolle zu 05 Rthlr. Der Gutsbesitzer^gnatins von Lipski auf Lndom im Großherzogthum Posen, theilte bei den von'hm ausgestellten hochedlen Merinowollen, bei welchen sich das Portrait des Bocks^°us»l I. befand, die Genealogie desselben mit.^) Die Königl. StammschäfereiFrankenfelde hatte 2 Wollfließe und 18 Wollproben eingesandt. Die Schäferei^lkeht aus 2000 Haupt; sie stammt von 5 Zweigen der Jnfantado-Rape: Moncey,Rambouillet , Murat, Malmaison und Chantelonp. Der Preis der Wolle war zu00 Rthlr. für den Centner angegeben.

i>. Belgien hatte 7 Aussteller von gewöhnlicher und 1 Aussteller von künst-«cher Wolle.