§. 77. Darmsaiten, Golbschlägcrhaut, Leim. 463
H- Sodann haben wir hier der Seidenranpendärme ssillcvvnrmAut) zn er-kühnen. Um diese zn erzeugen, wählt man die besten und größten Raupen, in Indien besonders von der Species XoutIcuri-/->VooAa; in dem Zeitpunkte, wo sie anfangenZollen, sich einzuspinnen, werden sie in starken Essig gelegt, demnächst entzwei gr-ossen, und die alsdann im Innern sich findenden beiden strohhalmartigen gelb-^chgrünen Spinnstosfgänge auseinander gezogen und an der Sonne getrocknet. Aufdieselbe Art werden die ächten seidenen Angelschnüre zum Fischen in Spanien ver-fertigt, ') und waren dergleichen in zwei Qualitäten von der Provinzialverwaltungb°n Murcia ausgestellt.
III. G o ld s ch l ä g e r h a u t.
F. Puckridge, 5 und 6 Kingsland Pl. London , Fabrikant, sandte Gold-Ichlägerhant, roh und bereitet, in Bündeln, sowie Blätter von feinem Gold, Silber""d anderen Metallen zu Verzierungen von großer Schönheit.
Diese Haut, welche hier in allen Stadien ihrer Zubereitung, in Verbindung mit
dadurch bereiteten Blättern, ausgestellt war, ist die dünne Unterlage einer Membran,Welche aus der Oberhaut des Blinddarms von Ochsen geschnitten wird. Sie wird"Urch Grundirung mit einer Auflösung, der mau allerlei Gewürze zusetzt, gestärkt.
Es wurde angegeben, daß jedes der erwähnten ausgestellten Bündel die Darm-hüutcheu von nicht weniger als 100 Ochsen, die Form eines Französischen Goldschlägers1200 Blätter von 750 Ochsen, die Form der Englischen und Amerikanischen Gold-kläger 850 Blätter von 500 Ochsen enthalte. Man Pflegt Gvldschlägerhaut anchuus den Fruchthäuten (clwrion) der Wiederkäuer zu bereiten.
IV. Leim (k-Iue), Gelatine und Gallert^ar ausgestellt von England, Indien , Kanada , Van Diemensland, dem Zollverein,^nderland, Belgien , der Schweiz , Frankreich , Portugal und Dänemark .
Die Zahl der fabrikartigen Leimsiedereien des Preußischen Staates war 1840 inStädten 99, auf dem Lande 24, zusammen 123, von denen 37 in den Bezirken Köln ,Düsseldorf und Arusberg, 36 in der Provinz Sachsen , 21 in der Provinz Brandenburg .
Das Hauptmaterial der Leimsieder ist der Abfall bei der Gerberei. Die rohen,
enthaarten Häute werden vor der Gerbung aus der Fleischseite gereinigt, undbte allzudicken Stellen verdünnt. Die abfallenden Fleisch- und Hauttheile werdenUnter dem Namen Leimleder dem Leimsieder überlassen, welcher für diesen Abfall inDeutschland 1 — 5 Sgr. von jeder Haut, und wenn der Abfall gedörrt und Cent-üerweise verkauft wird, für den Centuer 3 Rthlr., von Kalbfellen auch 5 Rthlr. und"Uhr zahlt.
Aus dem Zollverein sandte G. Loren;, Leder- und Leimfabrikant zu Wöl-bst, 20 Tafeln Lederleim, vorzüglich durch Klarheit und Gernchlosigkeit, den Ctr. zn4 Rthlr.; I, G, Loosen zn Köln von dem seit uralter Zeit berühmten Kölner ^>n, welcher von den Abfällen der Weißgerbereien bereitet wird, den Ctr. zn 16 Rthlr.;
Feigenspan, Leimfabrikant zu Mühlhansen in Thüringen , 5 Proben zu 11,13,
17 und 18 Rthlr. den Ctr.
Aus Huy in Belgien sandten Bihet und Hansotte-Delloye gute Proben"un Lei»,.
Aus der Schweiz sandte Lendenmann zu Trüb bei St. Gallen, Gelatinevon Gebeinen, um Seidenwaaren zu steifen und Weine zn klären.
Von den Franzosen erhielt L. F. Grenet in Roucn für seine neue und ver-werte Methode, von thierischen Abfällen eine reine geruch- und farblose Gelatine,"eiche man Grenetine nennt, zu gewinnen, und für die werthvollen und mannig-mltigen Methoden der Anwendung dieses Stoffes, wie dieselbe durch die von ihm""^gestellte Sammlung von Blumen, Verzierungen u. A. verdeutlicht war, die großeVerdienstmedaille; auch hatte er eigentlichen Leim ausgestellt.