8. 84. Schiffsmaschiiien. 489
mittelbar an den Krnmmzapfen der Radwelle angreift. Zn der Mitte dieser beidenKrummzapfen befindet sich ein dritter Krummzapfen für die Lust- oder Kondensator-l'Umpe, welche das kondensirte Wasser aus dem unmittelbar darunter liegenden Kon-densator pumpt. Die Uebertragung der Bewegung von der Krnmmzapfenwclle aufdie Kolbenstange der Luftpumpe geschieht mittelst Pläuelstange und Knlissenführung.Znr Bewegnng der Speisepumpen sind auf der Maschinenwelle zwei erzentrischeScheiben aufgesteckt, deren Stangen einem mit bogenförmigem Ausschnitt versehenenStück eine senkrechte auf- und niedergehende Bewegung ertheilen, welch' letzteres mit-telst eines in jenem Ausschnitt sich bewegenden Gleitstücks und damit verbundenenHebels die Dampfschieber bewegt.
Auf den Enden der Maschinenwelle befinden sich die beiden Schaufelräder, undzwar ist das eine nach der gewöhnlichen Art mit feststehenden Schaufeln versehen,während das andere eine eigenthümliche Konstruktion besitzt, nämlich beweglicheSchaufeln, welche bei der Umdrehung des Rades ihre Richtung so verändern, daßdieselben stets eine gegen die Strömung des Flusses senkrechte Lage einnehmen undsteh, ohne Widerstand zn veranlassen, aus dem Wasser herausheben.
Penn wendet das oscillirende System nicht blos für leichtere Boote, sondernauch bei größeren Schiffsmaschiiien an. Eine Maschine von 500 Pfcrdckraft für dasDampsboot „Kreat Lritain" ist gegenwärtig in dieser Fabrik in Arbeit.
Die zweite von Penn gelieferte Maschine, eine sogenannte Trnnk-Maschine, istvon ganz anderer Bauart wie die vorbcschricbene, und hat den Zweck, die Fortbe-wegung des Schiffes nicht mittelst Schaufelrädern, sondern mittelst Schranbenbe-wegung, und zwar (wie bei James Watt ) in direkter Weise, zn bewirken. DieseMaschine besitzt eine Kraft von 60 Pferden und ist, znr Erziclung einer möglichstgeringen Höhe, mit zwei horizontal liegenden Cylindern versehen, wobei die unmit-telbar am Kolben angehängten Pläuelstangen direkt auf die Krnmmzapfen der Ma-schinenwelle wirken. Zn diese»! Zweck ist mit dem Dampfkolbcn konzentrisch einehlindrisches Rohr in Verbindung gebracht, welches sich in den zn jeder Seite desCylinders vorhandenen Stopfbüchsen dampfdicht bewegt, und welches der Pläuel-ltange den für die schiefe Stellung erforderlichen Raum gestattet. Durch diese, vonPenn auch bei stehenden Maschinen angewendete Einrichtung wird die sonst erfor-derliche Herabführung der Kolbenstange und die hierdurch bedingte Znfügnng ver-schiedener Maschincnthcile erspart, sowie überhaupt eine bedeutende Vereinfachungder Maschine herbeigeführt.
Die Radwclle erhält übrigens bei dieser direkten Uebertragung eine Geschwin-digkeit von 115 Umdrehungen in der Minute, was znr Bewegnng der Schraube ge-fügt. Den Dampfcylindern gegenüber befindet sich die in dem Kondcnsatorkastensiegende Luftpumpe, deren Kolbenstange hinreichend verlängert ist, um mittelst damps-dichter Durchführung durch den Deckel des einen Dampscylinders mnmittelbar andem Kolben desselben befestigt werden zu können. Die Speisepumpen sind in ähn-licher Weise direkt mit dem Dampfkolben in Verbindung gebracht.
Außer den vorbcschriebenen beiden Schiffsmaschinen ist von Penn noch eineDampfpumpe ausgestellt. Der Hauptzweck dieser Pumpe besteht darin, den wäh-^»d momentanen Stillstands der Maschine durch Verdampfung entstehenden Wasser-verlust dem Kessel wieder zu ersetzen. Diese Maschine, womit Penn seine Schiffs-vmschinen gewöhnlich versieht, hat noch den weiteren Zweck, zum Abspülen des Ver-decks, zum Auspumpen des in den Schiffsraum eindringenden Wassers, sowie auchals Schiffs-Feuerspritze zn dienen.
Die Ausstellung von Schiffsmaschineu des Pennschcn Etablissements wird nochdurch drei sehr schön gearbeitete Modelle vervollständigt. Dieselben stellen — imMaßstab von 1 Zoll auf den Fnß — eine nach dem Patent Trnnk-System kon-struirte, für die Schraubenfrcgatten „Arrogant " und „Encounter" gebaute Maschine