Band 
Erster Theil.
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491
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8. 84. Schiffsmaschmeri. 491

mittelst zweier Pläuelstangen an die beiden Krummzapftn der Maschinenwelle. Zubeiden Seiten des Balaneierzapfens sind zwei Kondensatvrpumpen angehängt, welchein dem mitten unter der Balancierwelle liegenden Kondensatorkasten sitzen. Die He-bel, an welchen die übrigen Pumpen angehängt sind. sind auf die Achse des Balay-liers aufgesetzt. Die Steuerung, welche für variable Erpanfion eingerichtet ist. ge-schieht durch exzentrische Scheiben, welche auf der Hanptwelle sitzen und zum Vor-lud Rückwärtsgang eingerichtet sind. Da die Maschinenwelle die znr Schrauben-bewegung nöthige Geschwindigkeit nicht besitzt, so ist eine besondere Schraubenwellesenkrecht unter die Balancierzapfen gelegt, welche jene Geschwindigkeit durch eineeinfache Rädernbertragung von der Maschinenwelle empfängt. Die variable Expan-sion wird durch eine eigenthümliche Einrichtung, durch eine Verstellung der erzen -lrischen Scheiben, bewirkt. Vortheile der beschriebenen Anordnung, im Vergleichu>it den gewöhnlichen bei Schiffsmaschinen angewendeten Balancier-Systemen, mögenw der centralen Lage des Balancier und der damit verbundenen Ranmersparung, sobste in dem Wegfallen von mancherlei durch das alte Balanciersystem bedingtenMaschinentheilen, als der verschiedenen Traversen, der Seitenstangen, Parallelbe-wegung rc. gefunden werden.

Der einzige nicht Englische Aussteller von Schiff'Smaschinen ist die SociötöJohn Cockerill in Seraing . Unter den verschiedenen Maschinen, welche diesesgroßartige und in so vieler Beziehung ausgezeichnete Etablissement auf der Aus-stellung repräsentirte, verdient die nach dem oscillircnden System gebaute Schiffs-maschine von 140 Pferdekraft die nächste Beachtung. Die anerkannt Vortreffliche Ar-beit, welche allen aus Seraing hervorgehenden Maschinen- eigen ist, zeigt sich beiber ausgestellten Maschine im vollsten Maße. Dieselbe ist eine Erpanstons- undKondensationsmaschine von 140 Pferdekraft, ist zur Aufnahme beweglicher Schaufel-räder und für den Dienst auf seichten, aber rasch fließenden Flüssen bestimmt. DieMaschine besitzt 2 Dampfcylinder von ziemlich großen Dimensionen, welche, da sieZu beiven Seiten der Maschinenwelle angeordnet sind, im Vergleich mit den meistenübrigen oscillircnden Maschinen das Eigenthümliche besitzen, daß die Cylinder inchrer normalen Stellung eine geneigte Lage haben. Auf beiden Seiten der großenmit den Kolbenstangen der oscillircnden Cylinder direkt verbundenen Krummzapfen-Melle , befinden sich zwei kleinere Krummzapfen, welche die Kolben der beiden Kon-densatorpumpen direkt bewegen und zu welchem Zweck hohle Kolbenstangen (wie beiber Athertonschen Maschine) angewendet wurden. Die Hauptwclle wird von zweihohen Ständern oder Stützen, welche mit den Lagerträgern aus "einem Stück ge-schmiedet sind, getragen.

Die bei dieser Maschine getroffene Disposition war durch die sehr lange undschmale Form der Flußschiffe bedingt. Das angewendete Konstruktionssystem mußdemnach, als durch sehr beschränkte Gewichts- und Raumverhältniffe bestimmt, vondiesem speziellen Gesichtspunkte aus beurtheilt werden, da allerdings senkrecht stehen-den oscillircnden Cylindern der Vorzug eingeräumt werden muß, sobald Tiefgangund die Breite des Schiffs keinen besondern Grnnd zur Gewichtsersparung abgeben.Die Anforderung hinsichtlich dieser Gewichtsersparung rechtfertigt bei dieser Ma-schine auch die Anwendung kunstvoller Schmiedetheile, wozu insbesondere die mitihren Zapfenlagern aus einem Stück geschmiedeten pyramidenförmigen Stützen,die Achsen mit doppelten Kurbeln und die Naben der Schaufelräder gehören undals bemerkenswerthe Schmiedestücke hervorgehoben zu werden verdienen. Es mußuoch bemerkt werden, daß die Kolbenstangen, deren Durchmeffer die nöthigen Dimen-sionen zu überschreiten scheinen, nicht massiv sind; indem man sie hohl schmiedete,ist ihnen bei einem kleineren Gewichte mehr Steifigkeit und Oberfläche in den mitden Stopfbüchsen in Berührung stehenden Theilen gegeben, was bei der Anwendungvscillirender Cylinder, besonders wenn sie schief gestellt werden müssen, von Werth ist.