Band 
Erster Theil.
Seite
513
JPEG-Download
 

8.89. Wassechebmaschinen, i'nsbes. Kolben- u. Centrifugalpumpe!!. 513

Das Rad von Bessemer stimmt hinsichtlich seiner Anordnung mit der vorbe-"wrkten allgemeinen Beschreibung im Wesentlichen überein, nur sind statt der ge-krümmten Scheidewände gerade, und zwar in der Richtung der Halbmesser laufende,angewendet. Diese Anordnung möchte jedoch nicht so zweckmäßig sein, wie die mitgekrümmten Scheidewänden, weil bei ersteren ein Hinansschlendern des Wassers gegendie Umfangswände des Behälters erfolgt und damit ein Kraftverlust erzeugt wird,während im letzteren Falle ein ruhiges Austreten, fast ohne Geschwindigkeit, erfolgtund jener Widerstand wegfällt. Das Rad ist übrigens von Gußeisen, aus einemStück gegossen und hat 6 Fuß im Durchmesser; es wirkt somit zugleich als Schwung-rad für die Maschine. Es wird durch eine in horizontaler Ebene in der halbenklänge des Cylinders oscillirende Dampfmaschine von 8 Pferdekraft in Bewegung ge-letzt, welche Anordnung sich dadurch, daß die Kolbenstange unmittelbar an der Kurbelder Radwelle angreift, besonders zweckmäßig zeigt. Das Rad macht 5t) bis 60 Um-drehungen in der Minute, ist vorzugsweise für Entwässerungen bestimmt und sollangeblich so wirksam sein, daß es 20 Tonnen oder 4480 Gallonen Wasser pr. Mi-nute auswerfen und eiueu Akre Land in einer Minute vollständig entwässern kann,wenn derselbe 1 Fuß hoch mit Wasser bedeckt ist.

Die Centrifugalpumpe von I. G. Appold hat gekrümmte Scheidewände, soWie in der obigen allgemeinen Beschreibung, scheint also zweckmäßiger konstruirt zuHin wie die vorbeschriebene Beffemersche. Sie unterscheidet sich ferner von der letz-ten dadurch, daß das Rad nicht horizontal im Wasser liegt, sondern eine vertikaleStellung darin hat. Es befindet sich nämlich in einem schmalen eisernen Gehäuse,welches im unteren Theil einer vertikalen hölzernen Röhre eingeschlossen ist, die beieinem Querschnitt von 7 Fuß 6 Zoll und 12 Zoll eine ziemlich beträchtliche Höhebesitzt und an der Vorderseite in Höhen von 10 und 17 Fuß mit breiten Ausfluß-dffnnngen versehen ist. Auf der horizontalen Welle des Rades, welches selbst 12 ZollDurchmesser hat, sitzt außerhalb des Kastens eine 12zöllige Rolle, welche die Bewe-gung mittelst Riemens von einem 48zölligen Wirtel empfängt. Auf der Welle diesesWirtels fitzt ein ZOzölliges Rad, welches von der Zfüßigen Riemenrolle der 6pfer-bigen Dampfmaschine bewegt wird. Das Rad faßt angeblich 1 Gallon Wasser,Macht 1400 Umdrehungen in der Minute und hebt pr. Minute 2160 Gallons. Essoll 70 Prozent Nutzeffekt geben und ist hauptsächlich für Entwässerungen bestimmt.Die untere Ausflußöffnung hat 576 und die obere 1008 i^Zoll Flüche.

Die dritte in der Ausstellung befindliche Centrifugalpumpe ist von I. S. GwinneM Newyork und wird von dem Aussteller „Lalancell LentrikuAal kump" genannt.Das Rad befindet sich in einem dasselbe konzentrisch umgebenden vertikalen eisernenGehäuse. Im Centrum der einen Seite dieses Gehäuses mündet ein Knierohr, wel-ches bis unter den Spiegel des zu hebenden Wassers herabgeführt ist, während aufbor andern Seite das Gehäuse geschloffen und die Welle des Rades durch eine Stopf-büchse geführt ist. Eine auf dieser Welle sitzende Riemenrolle empfängt die Bewe-gung von dem Motor einer Dampfmaschine. Das Rad (der Kolben) besteht ausZwei mit einander verbundenen nach außen konvex gewölbten Scheiben und befindetskch zwischen denselben nur ein einziger Scheider, und zwar in der Richtung desHalbmessers- An der einen Seite des Gehäuses und tangirend an die innere Wan-dung desselben mündet das Steigrohr, dessen Mündung im Gehäuse an der oberenSeite durch eine bis zum Umfang des Kolbens reichende Zunge geschloffen ist, damitbas gehobene Wasser in jene Mündung geleitet wird. Der Aussteller fertigt solchePumpen in Kolbendimenfionen von 6 bis zu 48 Zoll. Eine Pumpe, wie die aus-gestellte, von 18 Zoll Durchmesser soll bei 600 Umdrehungen in der Minute 4 Pferde-kraft erfordern und 500 Gallonen Wasser in einer Höhe von 30 Fuß auswerfen.

Was nun die Vortheile dieser Apparate überhaupt betrifft, so scheinen dieselben aller-dingz der Beachtung werth zu sein, insbesondere da, wo Wasser auf geringe Höhe zu heben

I. 33