8. 90. Feuerspritzen und Löschvorrichtungen. 515
»ahme der aus Kanada gesandten Spritze, auch außerhalb des eigenen Landes einenWohlverdienten Ruf erworben haben. Es sind dies nämlich die bei den Feuerlösch-ompanien von London und Paris eingeführten in Bezug aus zweckmäßige Konstrnk-"on und ihre Wirksamkeit ausgezeichneten Spritzen.
Die Englischen Feuerspritzen sind hauptsächlich durch zwei Aussteller vertreten,"änlich durch I. Shaud und Mason und Moses Merryweather, beide inLondon . Beide haben ein ziemlich vollständiges Assortiment der in ihren Werkstättengebauten Spritzen, bestehend in größeren und kleineren Balancier-Feuerspritzen, inZarten- und Handfeuerspritzen geliefert. Unter den von I. Shaud und Masonausgestellten Spritzen nennen wir insbesondere eine LOmännige, eine lämännige und°>ne kimännige Feuerspritze (zu Preisen von resp. 75, 60 und 25 Lstr.), sowie eineGartenspritze (5 Lstr.); unter denen von Moses Merryweather eine Feuerspritze dergewöhnlichsten Größe; eine Pompierspritze mit 7zölligen Cylindern, zum Anstellenb°n 30 Mann; eine Omänuige Schiffsfeuerspritze; transportable Kastenspritzen für"s Innere der Wohnungen. Beide Aussteller lieferten ferner noch verschiedene zu"eil Spritzen sowie überhaupt zum Feuerlöschwesen gehörende Requisiten, als Leder-lchläuche mit Kupfernieten, wobei die Nieten theilweisc in spiralförmiger Linie liegen,>oas bei Reparaturen Erleichterung gewähren soll, sodann Leiuwandschläuche, ledernewompier-Helme und Gürtel, lederne und leinene Feuereimer, messingene Hähne, eine'Ueihe von Versnchsmundstückem leichte Feuerleitern u. s. w.
Die von diesen beiden Ausstellern gelieferten Spritzen sind von leichtem, gefäl-"ssem Bau, und theilweise — namentlich die größere» — mit Federn versehen, umbeim Fahren über Pflaster der Maschine immer nachtheiligen Stöße abzuhalten.Eine wesentliche Verschiedenheit von den in Deutschland am meisten üblichen Feuer-spritzen besteht in der Lage der beiden Schwengel; dieselben befinden sich nämlichparallel mit den langen Seiten der Spritze gelegt, und gestatten hierdurch die Anstel -einer größeren Mannschaft, sowie ein zweckmäßigeres Angreifen, als bei denspritzen, bei welchen die Schwengel an den schmalen Seiten der Maschine liegen.^ Schwengel sind mit mehreren Arme» an einer eisernen, in Lagern liegendenSchelle verbunden, auf welcher zugleich die Hebel zur Bewegung der beiden Kolben-^"gen aufgesteckt find. Die Pumpenstiefel liegen also hier nach der Quere derMaschine. Sehr zweckmäßig sind die Ventile angebracht, welche beide (Saug- undDruckventil) in einem besonderen gemeinschaftlichen, niedrigen Gehäuse zwischen den"den Stiefeln liegen, und zn welchen man durch Abschrauben eines Deckels schnell"ad leicht gelangen kann.
. Die ebenfalls auf das Vortheilhafteste bekannten, bei den Pariser Pompiercorps^"geführten Feuerspritzen, sind durch H. P. Flaud in Paris , welcher eine solchespritze nach dem neuesten im Jahre 1846 von einer Kommission vorgeschriebenenAuster lieferte, vertreten. Der kupferne, nach oben sich erweiternde Spritzenkasten ist""s einen hölzernen Bohlenboden ausgeschraubt, und wird Leim Transport aus einen""t niedrigen Rädern versehenen Karren aufgesetzt. Bei den Pariser FeuerspritzenbP man einen besonderen Werth darauf, mit der Spritze in die brennenden Gebäude,Gänge und Zimmer selbst gelangen zn können, weshalb man insbesondere auch aus"chtigkeit und bequeme Transportabilität gesehen hat. Die Cylinder liegen, wieUnseren Deutschen Spritzen, nach der Länge des Kastens, und das Angreifen"" Mannschaft an dem übrigens nicht langen Balancier geschieht an den schmalenSeiten.
Als interessant ist endlich noch eine sehr schwer gebaute, und mit Anstrich undMalerei reichlich ausgestattete Feuerspritze aus Kanada zu bezeichnen. Der Wagen°>eser Spritze ruht auf vier Rädern, und ist durch Federn gegen nachtheilige Ein-"»rkung von Stößen gesichert. Der Spritzenkasten ist von Kupfer. Die messingenen,"rch rohe Bearbeitung von den übrigen Theilen der Maschine sehr abstechenden Cy-
33*