330 V- Klasse. Bctnebsmaschmcn, Eiscnbahngegenstände u. Wage».
Was nun Letzteres anbetrifft, so ist der hier ausgestellte Wagen noch das Beste,was einigermaßen Erfolg verspricht. Der Wagen besteht aus drei Theilen; die End-theile sind durch starke Federn in Spiralform etwa 4 Fuß weit auseinander gehal-ten. Durch Stvßwirknng werden die Federn zusammengedrückt, und schieben sich d»Endtheile gegen die Mitte zusammen; außerdem tritt die Bremse in Wirksamkeit undist die Einrichtung getroffen, daß das Zurückspringen der starken Feder» verhindertwird, und der zusammengedrückte Wagen als eine starre und auf die Schienen ge-bremste Masse stehen bleibt und keine Zurückwirknng ausübt. Es versteht sich »onselbst, daß, wenn diese Verrichtung sich als brauchbar bewährt, an jedem Zuge zw"solcher Wagen, am Anfange und am Ende des Zuges, mitgenommen werden müßen,also ihre Anwendung eine ganz bedeutende Auslage verursacht, und die Fortschaffn»!!von todter Last mit sich führt. Es sind zwar die drei Abtheilungen des Wagens z»rUnterbringung von Gepäckgegenständen eingerichtet, aber der Raum kst zu klein, »>»einen sich rentirenden Gepäckwagen daraus machen zu können. Es ist uns zur Zeitnicht bekannt, ob solche Wagen in Anwendung sind. Der Wagen hat schmiedeiserMRäder und gewöhnliche Bremse, die beim Zusammenstoß durch starke Blattfeder»kräftig angezogen wird, und zwar im Verhältniß zur Intensität des Stoßes. Endlichist noch anzuführen Haddan's, Nr. 541, Papiermachöe-Wagen. Das Eigenthüm-liche besteht hier in einer abgeänderten Konstruktion des hölzernen Rähmwerkes desWagenkastens, und in der Bekleidung derselben mit Papiermachee-Tafeln von ange-messener Stärke, anstatt der üblichen Holz- oder Blechverkleidung. Wir können durch-aus nichts Neues daran finden, da bei uns, wenn ich nicht irre in der Leipziger Wa-genbananstalt zuerst und schon seit Jahren Wagenkasten mit solcher Verblendung sehr'schön hergestellt worden sind.
§. 101 .
Lokomotiv- und Wagenräder.
Die Räder sind einer der wichtigsten Artikel des Eisenbahnwesens,und von jeher ist ihnen eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden.Es liegt auch auf der Hand, daß dieser Gegenstand sowohl in Bezie-hung auf Sicherheit,' als insbesondere in Beziehung auf Ockonomieund Dauerhaftigkeit die größte Berücksichtigung finden mußte, indemschon die gewöhnliche Abnutzung zuerst crnorme Kosten verursachte, ab-gesehen noch von außergewöhnlichen Kosten, die etwa durch den Brucheines Rades herbeigeführt werden können. Es ist von großem IMtcresse, die Entwickelung und Fortbildung des Baues dieser Räder voMAnfange bis jetzt einem besonderen Studium zu unterziehen. Es istjedoch nicht unsere Absicht, hier darauf einzugehen, sondern es wirdnur das, was vorliegt und zunächst damit in Berührung steht, in denKreis nachstehender Betrachtungen gezogen.
-!>. Lokomotivräder. Schon das bedeutende Gewicht welches diese Räderzu tragen haben, ferner die Berücksichtigung, daß sie zu den wichtigsten Theilen a»der Lokomotive gehören, welche wie die Treibräder und die gekuppelten Räder, mitandern nicht minder wichtigen Theilen in direkter Verbindung stehen, hat ihre Kon-struktion in weit engere Grenzen gestellt, als dies bei den Wagen- oder TenderräderNnöthig war. Anfänglich, und wohl auch hin und wieder jetzt noch, in Europa jedoch nur ausnahmsweise, namentlich an den älteren nnd kleineren Lokomotiven,