618 VI- Klasse. Fabrikmaschinen.
Befinden mit entsprechender Zeichnung versehenen Papierscheren werden auf einemessingene Halbkugelform gelegt, welche mit einer großen Anzahl meridianartig kü-gender Furchen versehen ist. Der Zahl der Furchen entsprechend find über der Pa'pierscheibe Schnuren angebracht, welche sämmtlich von einer dem Pol der KugelfotlUgegenüberliegenden Scheibe radial auslaufen, über Leitrollen gelegt und vertikalunter nach Federn und Gegengewichten gezogen sind. Wird nun die Form mitteneines in Thätigkeit gesetzten Mechanismus gegen die Schnuren gepreßt, so legen Mletztere in die entsprechenden Furchen und nöthigen das zwischenliegende Papier, tuehalbkugelförmige Gestalt anzunehmen.
Von Siegel- und Stempelpressen waren sehr elegant ausgeführte Fra»'zösische von Poirier aus Paris , außerdem aber eine sehr große Anzahl Englisch ^ausgestellt. Von diesen verdienen folgende besondere Erwähnung:
Unter den verschiedenen Pressen mit Hebel und Schraube von Thomas Pop^und Comp. in Birmingham zeigte sich die abweichende Form des Gestelles, daßder mit der Schraubenmutter versehene Prefsenkopf nicht durch zwei einander gegeu-überliegende, sondern rechtwinkelig auf einander stehende Arme mit der Unterplatt?verbunden war.
Die zum farbigen Abstempeln eingerichtete Stempelprefse von C. Harris ausSalford hatte eine Vorrichtung zum Selbstschwärzen des Stempels, welche darinbestand, daß sich eine Farbwalze über den Stempel bewegte, während derselbe sich iNder höchsten Stellung befand.
Mordon, Sampson und Comp. hatten eine Stempelprefse mit einer Briss-kopirmaschine in der Art verbunden, daß die Vorrichtung für erstere über der Mletztere angebracht war, und wenn gestempelt werden soll, der Tiegel der Briefkopfpresse auf seiner Unterlage ausruht, und sich der Oberstempel gegen den auf diesesTiegel angebrachten Unterstempel bewegt, entgegengesetzten Falles aber der Obet-stempel mit dem Tiegel in feste Verbindung gebracht wird.
W. M uir aus Salford hatte den sich niederbewegenden Theil der Stempelst«^mit dem feststehenden Obergestell durch um Zapfen gelegte Kautschukringe verbunden,welche beim Niedergang ausgedehnt werden, und durch ihre darauf folgende ZusalU-menziehung den Oberstempel wieder in die Höhe bewegen.
Bei der von Pinches und Comp. ausgestellten Stempelpresse nach SmithsVerbesserung wird der gleiche Zweck durch zwei beim Niedergänge angespannte Spi-ralfedern erreicht.
Bei der Presse von I. R. Jsaak ist ein doppelarmiger horizontaler Hebel aMgebracht, welcher mittelst Kurbelübersetzung an dem einen Ende in die Höhe gehobenwird und am anderen Ende den Stempel niederschiebt.
Die von C. de la Baume in Paris mit einem Zählwerke verbundene Stev>-pelpreffe (Timbre Lclüitivueur) ist vorzüglich für den Gebrauch von Verwaltungs-behörden oder Einnehmern in solchen Fällen bestimmt, wo eine Kontrole über dieZahl der ausgedrückten Stempel erwünscht sein kann. Der Stempel ist durch eine»Arm mit einer'horizontalen Welle so verbunden, daß er in einem Halbkreisboge"bewegt werden kann; auf der einen Seite der Welle befindet sich das Farbkiffen, aufder anderen die Unterlage für das zu stempelnde Papier. Jede Stempelung, welchemit Abnahme der Farbe erfolgen soll, setzt eine halbkreisförmige Schwingung betWelle nach der einen und anderen Seite voraus und wirkt dadurch auf den mit d^Welle verbundenen Zählapparat. Der Preis der Vorrichtung ist zu ungefähr 8angegeben.
Vorrichtungen zum Aufdrucken nacheinander folgender Zahlen, namentlich zu"*Foliiren von Büchern und ähnlichem Zwecke, war von Schlesinger und.CoMp'(8 old Jowry) und von Waterlow und Söhne ausgestellt; die erste Vorrichtungwurde durch die Hand in Bewegung gesetzt, indem ein Hebel, der den Zählapparat