Band 
Erster Theil.
Seite
624
JPEG-Download
 

624 VI. Klasse. Fabrikmaschmen.

auf der Ausstellung; sie hatte zwei nebeneinander liegende und abwechselnd in Th»'tigkeit gesetzte Formkasten; mit ihr fertigt ein Mann nebst drei Knaben 4000 Ziegein 10 Arbeitsstunden, der Preis ist 14 Lstr.

Die Maschine von James Hart (Atlas -Werke, Borough Road, Southwork)enthielt zwar manche Eigenthümlichkeit, machte aber nicht den Eindruck, als wenndadurch die zeither angewendeten Konstruktionen eine Erfolg versprechende Verbesserungerfahren hätten. Der Thon wurde nämlich durch einen Rumpf auf Quetschwalzenund von denselben nach zwei nebeneinander liegenden endlosen Formketten geführtnachdem die Einprefsung erfolgt war, gingen die Formen unter Abstreichmessern wegund öffneten sich durch eine Bewegung der drehbaren Seitenwände. Auch das M>l-ausgestellte Fabrikat erweckte kein günstiges Urtheil über die Maschine.

Vorzugsweise zur Ziegelfabrikation bestimmt, wenn auch mit leicht anzubringenden Modifikationen ebenfalls zur Drainröhrenfabrikation verwendbar, waren die f<^-genden Maschinen, welche sämmtlich zur Herstellung hohler Ziegel oder mit Höhlun-gen versehener Thonplatten, wie sie z. B. zum Aufbau von Schornsteinröhren undanderen Zwecken verwendet werden können, eingerichtet waren. Baumaterial diesigArt gewährt neben dem Vortheile größerer Leichtigkeit den größerer Wärme »ndTrockenheit; letzteres namentlich durch die Möglichkeit, mit Bequemlichkeit eine Lust^Zirkulation hervorbringen zu können. Die größere Ziegelpreßmaschine von R. Bear(Godmanchester bei Huntingdon ) bestand aus einem großen vertikalen Thonschneidcy'linder, der unterhalb zwei Austrittsöffnungen hatte; die eingesetzten FormplattenGröße der Querschnittsdimensionen der zu erzeugenden Ziegel hatten bis zu 24 ein-gesetzte Dorne, um ebenso viel Längenöffnungen in den Ziegeln zu erzeugen.Abschneiden der Ziegel erfolgte durch besondere mit der Hand zu bewegende Apparate,für Reinhaltung der Formplatten war durch eine besondere Vorrichtung Sorge ge-tragen. Wird bei dieser Maschine, so wie auch bei den später zu beschreibenden vokdie Austrittsöffnung des Thones eine siebähnliche Platte statt der Ziegelformplatlegebracht, so dient dieselbe zur Reinigung des Thones.

Die von T. Grimsley in Orford ausgestellte und vonRandell u. Saunder^v onBath erfundene Ziegelpresse hatte einen horizontalliegenden Thoncylinder, auf welchesan dem einen Ende ein Rumpf zum Eintragen des Thones sich befand; in demThon-cylinder arbeiteten zwei Schrauben, welche den Thon stetig, und ohne Luftblasen indemselben zu lassen, nach dem anderen Ende vorwärts bewegen, an welchem sich ^Formplatte befindet. Durch letztere tritt das nach Befinden mit Höhlungen versehetund nach der Qnerschnittsform der Oeffnung gestaltete Thonprisma aus, wird durcheine selbstthätige Schneidevorrichtung in den erforderlichen Längen durchschnitten N»dauf Walzen fortbewegt. Das Durchschneiden geschieht durch einen abwechselnd nachoben und nach unten bewegten Draht, der von einer Feder aus in Gang gesetzt wird!die Feder wird regelmäßig durch die Maschine ausgezogen und zu der erforderlichenZeit durch einen Fallblock ausgelöst; die Länge der zu schneidenden Stücke kann ^nach der anzubringenden Stellung von 3 Zoll bis 3 Fuß betragen. Die Maschaist hiernach vollständig selbstwirkend und hat vermöge des angewendeten SchraubeN-prinzipes den Vorzug ununterbrochener Wirkung vor den später zu beschreibendenSystemen voraus; die Arbeiter haben bei derselben nur den Thon aufzugeben unddie gefertigten Fabrikate wegzunehmen. Der zu verarbeitende Thon setzt freilich eineVorarbeit voraus, doch kann er weit trockner als bei der Handformerei auf die Ma-schine gebracht werden, wodurch die zum Trocknen erforderliche Zeit wesentlich abge-kürzt wird; auch läßt sich über dem Aufgaberumpfe noch ein Thonquetschwerk an-bringen. Mit einer Bewegkraft von zwei Pferdekräften werden stündlich 1000 Zieg^gefertigt. Gegen die Thonprefsen mit Kolben soll die hier beschriebene Maschine denVorzug darbieten, daß sie keine Luftblasen in das Fabrikat einarbeitet.