638 VII. Klasse. Bürgerliche Baukunst.
Jede Wohnung enthält ein Wohnzimmer, einen Scheuerraum und 3 Schlusszimmer. Das Wohnzimmer ist 14^ Fuß lang, 10^ Fuß tief. Der ScheuerraM»(Spnlküche) ist 4 Fuß breit, 9^ Fuß lang. Von den 3 Schlafzimmern dient dgsgrößte Von 11^ Fuß Länge, 9 Fuß Breite, für die Eltern, die beiden kleinernSchlafzimmer von 9 Fuß Länge, 5^ Fuß Breite, für die Kinder, zur Benutzungnach den verschiedenen Geschlechtern.
Daß mit größter Umsicht für Ausgußsteine, Waterklosets, Wasserleitung u»dVentilation gesorgt ist, bedarf wohl keiner Erwähnung; indeß von ganz besonderen'Interesse ist das zum Ban verwendete Material. Die sämmtlichen Mauern mit A»^nähme der Fundamente sind von gepreßten hohlen Steinen, theils in Cement theilsin GyPS aufgeführt. Weder zu den Fußböden, noch zu den Decken und FachweUist Holz verwendet worden. Alles ist massiv und feuerfest hergestellt. Die Fußböde"sind theils mit Schiefer theils mit Backsteinen belegt. Die Decken bestehen a»sflachen und gehörig verankerten Gewölben. Das Gewölbe des ersten Stockwerkes 'stabgewäffert mit Lava überzogen, bildet ein Plateau und ist nach Art der ItalienischeDächer mit einer verzierten Brustmauer versehen.
Die Erfahrung wird es lehren müssen, ob diese, für Italiens mildes Klima g^'eignete Bauweise auch in England von Bestand sein wird.
Die mit hohlen Ziegeln (zu deren Anfertigung die Fabrikation der Drainröhre»'insbesondere die Vervollkommnung der Röhrpreffcn geführt hat) aufgeführten Mauer»geben ein trockenes, im Sommer kühles, im Winter wärmeres Gebäude und diene»gleichzeitig znr Ventilation, welche durch die Kaminfeuerung gefördert wird.
Die steinernen Fußböden würden für unsere Familienhäuser eben nicht angenehm se>»'indeß in England hat wohl jeder Arbeiter wenigstens einen Fußteppich für sein Woh»-zimmer, und es ist daher weniger von Einfluß ob die Unterlage Stein oder Holz >ff'
Weniger angenehm sind die gewölbten Decken. Die ohnehin niedrigen ZinunO'mit den durchreichenden eisernen Ankerbolzen erinnern mehr an die Kasematte»unserer Festungen als an ein komfortables Wohnzimmer.
Die Kosten dieses Gebäudes sollen sich nur auf etwa 800 Rthlr. belaufen, als»der Quadratfuß circa 1 Rthlr. 15 Sgr. Dieser auffallend geringe. Preis läßtnur erklären, wenn man erwägt, daß bei Ausführung dieses Bauwerks die Gesellschaft für Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen, deren Präsident Pri»IAlbert ist, hierbei aus das Thätigste mitgewirkt haben.
Man nimmt an, daß eine Wohnung, wie sie in dem Mnsterhause beschaffworden ist, wöchentlich 1 Rthlr. 10 Sgr. oder jährlich circa 70 Rthlr. Miethe ein-bringen wird und rechnet nach Abzug aller Unkosten, als: Steuern, Reparaturendennoch auf einen Gewinn von 7 Prozent des Anlagekapitals ').
') Eine sehr ausführliche mit Detail-Zeichnungen begleitete Beschreibung U»l^dem Titel „3bo ülvüol Ilouses kor samilics bullt in coiinoxion rvitk tbe 6rr"oxb!b!t!»n b)- II. Roberts etc. Ro. 2t küxetrr IkoU, 8traiul, Uonelon" wurde »»Gebäude selbst verkauft. Eine Deutsche Ucbersetzung dieses Werks mit denhörigen Zeichnungcu wird binnen kurzem vom Herrn Geheimen Ober-Baurath Busssbei Riegel in Potsdam erscheinen.
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Modelle von Kirchen, Theatern, Häusern, Brunnen m>dHöfen, auch von Dächern und Landschaften.
Abgesehen von diesen beiden vollständigen Bauwerken, war die Ausstellung »eieffan Mnsterstücken einzelner Bantheile und an Modellen sowohl von ganzen Woh»'Häusern und Kirchen, als von Dächern und andern Theilen solcher Bauwerke.