8. 168. Modelle von Kirchen, Theatern, Häusern rc.
639
Von großem Interesse finden wir die reichen Sammlungen von Modellen zufernen Dächern von Travers und Sohn zn Paris unter Nr. 1044; desgleichen'e von Dobson zn Newkaftle-npen-Tyne unter Nr. 114, von R. Tnrner-Ham-^"smith, Dublin , unter Nr. 7., und von I. G. Newnham Newton, Mont-9°meryshire, unter Nr. 170 ausgestellt.
Unter den Traversschen Modellen zeichnet steh ganz besonders die Dachkonstruk-z,,r Ueberdeckung des großen Zollgebäudes in Paris , ausgeführt im Jähre 1844,^ufs Vortheilhasteste aus. Die lichte Weite beträgt 120 Fuß; die Hauptgebinde be-^en aus einem Gittershstem, dessen untere Linie einen gedrückten, sogenanntenorbbogen beschreibt, die obern hingegen bilden die beiden geneigten DachflächenUnes gewöhnlichen Satteldaches. Bei der Anwendung dieses Systems von Bogen-"s>»en für die Hanptbinder fallen die durchgehenden Balken ganz fort, wodurch anüumlichkeit und Baukosten wesentlich gewonnen wird.
Das Modell der beweglichen Kuppel auf dem Observatorium zn Paris ist'Mrnstiv und sauber gearbeitet; gewährt indeß nichts neues in dieser Konstruktious-Es ist nur zu bedauern daß nicht ähnliche Modelle der in Berlin und Königs-in Preußen ausgeführten drehbaren Kuppeln der Sternwarten znr Kenntniß des^"ßern Publikums gekommen find, worüber schätzbare Mittheilungen in Schinkelsäfften >) „nd in den von, Königlich Preußischen Ministerium herausgegebenen"Bauausführungen des Preußischen Staats" zu finden find.
Vei den Modellen von eisernen Treibhäusern zeichneten sich die VorrichtungenOeffnen der schrägliegenden Glasfenster aus. Einzelne Fensterflügel von 6 bis8»ß Länge werden mittelst Hebelvorkehrungen, deren Drahtketten über Rollen ge-^lrt, leicht geöffnet und geschloffen.
Hiernächst verdienen Erwähnung die Newnham'schen Modelle, Nr. 170, vonFächern und Fenstern zu Kirchenbauten. Hier ist nicht wie gewöhnlich Holz, nur^ssen zur Anwendung gekommen. Rippen von terru catta (gebrannter Erde) bil-b« die Hauptträger für das Sparrwerk und Schiefereindeckung. Die Rippen steigena»s dem Inner» der Kirche gleichsam in das Dach hinein, tragen also wesentlichVu bei, die innere Höhe der Kirche zu vermehren, find indeß nur für Kirchen vonDringen Abmessungen zu empfehlen. Die Modelle der Fensterrippcn von torra eattaSchstbefenstern für Kirchen sind erakt und von feiner Profilirung.
Unter den Tnrner'schcn Modellen, Nr. 7, ist die Dachkonstruktion für die Livcr-vvler Eisenbahn-Station wohl unstreitig die interessanteste; der 120 Fuß weitewird mittelst Hauptrippen von Schmiedeeisen in Form eines stachen Bogens^ Veiscibschnitts) überspannt, der seine Tragfähigkeit durch einen zweiten Bogen vonPfeilhöhe erhält, beide Bögen find mit Hängeeisen, die nach dem Mittel-üikte dxz obern Bogens gerichtet, unter einander zu einem ganzen Systeme ver-^ude„. Zwischen den beiden Hängeeisen am Scheitel des Bogens ist eine Krcnz-^biudnng und zwischen den folgenden Hängeeisen eine einfache Verbindungsstangeda«' Bogen nach dem am untern Bogen befestigten Hängecisen so angebracht,diese Stangen in diagonaler Richtung als Zugstangen wirken.
Das Modell eines Pachterhofes von Michel zn Brienz im Berner Oberlande,""gestellt unter Nr. 248 (Schweiz ), zeichnet sich durch treue Kopie und eleganteusfijhrung aus.
. Von den Kirchenmodellen ist unstreitig die vollendetste Arbeit das Modell des^ Evaßburgiw Münsters von, Buchbinder Lehman,, in Bern , unter Nr. 257 ansge-t durch den Eigenthümer dieses Kunstwerks, Hauptmaiin Wyttenbach zn Bern u der Schweiz . Mit der sehr getreuen Darstellung dieses großartigen Bauwerks ist^ Eleganz und Akkuratesse der Arbeit verbunden, die man nicht genug bewundernDie röthliche Färbung des Ganzen trägt viel zur naturgetreuen Dar->Mu„g bei.