Band 
Erster Theil.
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tz72 VIH- Klasse. Schiffe, Waffe» und Ausrüstungsgegenstände.

und Büchsen auf die Perkussionsmethode vor sich und mit geringenAusnahmen sind gegenwärtig auch alle Armeen der civilisirten Staatenmit Gewehren nach diesem System versehen oder doch im Begriff, ^einzuführen.

Allerdings geht die neuere Zündungsmethode des Zündnadel-gewehrs bereits über die gewöhnliche Perkussionsmethode mit KupferHütchen oder Schlagröhrcn hinaus. Bei diesem System befindet sich ^Zündmasse ohne besondere Kupferhülse im Innern der Patrone, underplodirt durch die Reibung einer eindringenden Nadel. Kommissionssrath Dreysc aus Sömmcrda hat die hauptsächlichsten Verdienste u>nErfindung und Ausbildung des Zündnadelgewehrs. Es sind schdNgegen 24 Jahre, dass Dreyse die ersten Versuche mit dieser Zündmetholn'anstellte; die ersten Gewehre konstruirte er Anfangs der 30er Jahre. Vonda ab liest die Königl. Preußische Regierung planmästige Versuche »lüdiesem System anstellen, bis alle Schwierigkeiten besiegt und die pra^tische Anwendbarkeit gesichert war.

Die bei einem großen Theil der Preußischen Armee bereiteingeführten Zündnadelgewehre repräsentircn ohne Zweifel den neu^stcn und wichtigsten Fortschritt in der gesammten Feuerwaffentechnik'Für den Privatwaffcngcbrauch dürfte indeß das Zündnadelsystem v>üder Hand dem Perkussionssystem noch keinen großen Eintrag thun, >Nsdem es die Verwendung ganz besonderer Patronen voraussetzt, was boder unendlichen Verschiedenheit des Kalibers der Privatwaffen undden wechselnden Anforderungen an die Stärke oder Beschaffenheit derLadung für die Zwecke der Jagd, des Scheibcnstandes rc. groh^Schwierigkeiten hätte, die beim Militairwaffengebrauch gar nicht vo^kommen.

Wenn wir übrigens das Preußische Zündnadelsystem als deckwichtigsten Fortschritt in der Waffentechnik bezeichneten, so kommt diesnur zum kleineren Theil auf Rechnung der damit verbundenen Zü^dungsmcthode. In erster Linie gilt dies vielmehr von der Art und Weffüin welcher dieses System der Aufgabe genügt, die Anwendunggener Läuse beim gewöhnlichen Jnfanteriegcwehr möglich zu machetund überhaupt bei gezogenen Läufen weit schneller und bequemer, al§seither zu laden, ohne die Sicherheit des Schusses zu beeinträchtigen.dahin gerichteten Bemühungen führten zuerst auf das seit 5 Jahren >ngroßer Ausdehnung für Militair- und Privatgebrauch zur Anwendunggekommene Thouveninsche System. Den Uebergang hierzu machten duVersuche des Französischen Kapitains Delvigne. Der Pulversack befandsich bei dessen Gewehr in der Schwanzschraube, hatte indeß ein bedswtend geringeres Kaliber, als der Lauf selbst. Die hinten cylindriswgeformte und nach vorn spitz zulaufende Kugel glitt ohne Anwendungdes Ladestocks im Lauf herab und kam auf den nach innen vorstehendenRand der Schwanzschraube zu sitzen, worauf mehrere Stöße des Lad^