Band 
Erster Theil.
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H. 186. Britische Feuerwaffen.

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^'tische Massenfabrikation nicht, daß sie sich noch mit solchen Künsteleien abgiebt,welche Frankreich , Belgien und Deutschland längst als unpraktisch erkannt haben.Anderer Konstruktionen für den gleichen Zweck erwähnen wir nicht weiter, theils^>l sie allgemein bekannt sind, theils weil sie noch mehr in unpraktische Künsteleien^geartet waren. Diese Bezeichnung möchte auch den von H. Needham ausge-uellten Gewehren zukommen, wobei durch das Aufziehen des Hahns ein Mechanis-mus m Bewegung gesetzt wird, der die Zündhütchen von selbst auf den Piston aus-Ueberhaupt fanden sich in der Englischen Abtheilung unverhältnismäßig viele"Uerungen und Abweichungen von den erprobten Konstruktionen, welche entwederWerthes oder ganz verwerflich waren. Es charakterisirt aber gerade die Englische^'°rtschrittsmethode, paß jede Idee ausgeführt und praktisch erprobt wird, die nurUach irgx,,d einer Richtung hin einen kleinen Vortheil darzubieten scheint. SoMächst aus dem Unkraut unnützer Versuche dennoch der wahre Fortschritt empor.

Hinsichtlich der verschiedenen Systeme von gezogenen Gewehren, so ist bereits^ höchst unzweckmäßigen Neuerung von Adams gedacht. Als Prinziplos muß fernerw von E. Trulock und Sohn in Dublin so wie von mehreren anderen Fabri-uuten angenommene Methode bezeichnet werden, wonach an der Kugel bereits 2(bisweilen auch 3 oder 4) kleine den Zügen entsprechende Ansätze von etwa U" breitUud 1 bis 2"' hoch angegossen sind. Abgesehen davon, daß zwei schmale Züge die^Ugel ebenso wenig mit Sicherheit zu führen vermögen, als die schmalen Balken"uch dem erwähnten Adamsschen System, so sprechen auch noch andere GründeWen eine solche Methode. Sollte hierbei die Kugel ohne Pflaster und ohne An-wendung des Hammers und Stocks geladen werden, so kann sie unmöglich luftdichtMss dem Pulver aufsitzen und den gehörigen Widerstand entwickeln. Soll sie aberbscht anschließen, so müssen Pflaster und Stock angewendet werden und das LadenMied gerade so mühsam und zeitraubend als nach der alten Methode. Nach keinerAchtung hin kann also hier ein Vortheil erreicht werden und eine größere Bequem-Weit oder Schnelligkeit des Ladens ist nur auf Kosten der Sicherheit und Trag-Meite des Schusses erreichbar. Es ist dieses System in England von dem sonst sehrb^dienstvollen Mr. Lovell, Inspektor der Königlichen Waffenfabrik zu Ensfield^fördert, es war schon im vorigen Jahrhundert in Deutschland bekannt.

So wenig glücklich die Engländer einerseits in der Auffindung neuer Systeme

gezogenen Gewehren oder vereinfachten Lademethoden gewesen sind, so sehr mußte^ auffallen, auf der Ausstellung verhältnißmäßig wenige Nachahmungen derprobten neueren Systeme Frankreichs und Deutschlands vorzufinden. Von denM°»igen Büchsen nach Th ouveni» schern System verdienen die von Th. Mortimer"äs Edinburg Erwähnung, namentlich eine schöne und geschmackvolle Doppelbüchseiun, Pfiffe von 40 Gnineen. Von Zündnadelgewehren war nur eine unvollkommene"'chahmung von Searse in London ausgestellt.

Einige andere Gewehre z. B. von P. Hawker waren auf das Laden von^uten eingerichtet nach Systemen, die wir bei Frankreich und Belgien näher be-Wchen werden. Von dem Minieschen System war ebenfalls ein Gewehr vorhanden,^boch grundsatzlosen Abänderung, daß der Drall gegen die Mündung des

äufez stä^r wurde.

Von wenig empfehlenswerthen Konstruktionen war ferner ein Gewehr vonWirison, mit dem Piston auf der unteren Seite des Laufes, nebst einem dieserMilderung entsprechenden Schloß.

. Daß vier- und sechsläufige Gewehre und Pistolen nicht fehlten, bedarf kaum^ Erwähnung. Darunter befanden sich auch Gewehre mit Schallrvhren an derEndung, um den Knall weithin hörbar zu machen; ferner sogenannte Blunder-^"chsen, die an der Mündung doppelt so weit sind als im Pulversack und womit