8. 189. Vereinsläubische Feuerwaffen, Zündmittel, Pulver rc. 687
,, Gleichauf aus Bockcnheim hatte eine reich und elegant gearbeitete Zündnadel-^>Itole im Preise von 340 Rthlr. geliefert, die Garnitur von Silber mit Gold ein-^lbgt, die zwar nur einen Lauf hatte, vor dessen unterem Ende sich jedoch ein Tam-v»r befand, der die Kammern für 12 Patronen enthielt, so daß 12 Schüsse ohne"Nterbrechnng abgegeben werden können, wie die einzelnen Kammern durch die Ro-dung d^ Tambours in die Fortsetzung des Laufs eintreten. Die Kammern sinddurch eine anliegende Platte geschloffen, um das Herausfallen der Ladung zu^rhüten. Der Lauf wirv, um die Kammern mit Patronen füllen zu können, aufÄnliche Art umgeklappt, wie beim System Lefancheur, wovon später die Redewird.
C. Schalter in Suhl hatte eine schön gearbeitete Pirschbüchse mit Gußstahl-ausgestellt, die von hinten geladen wurde. Es ist dies die Konstruktion^ sogenannten Norwegischen Gewehrs. Die Pulverkammer ist hierbei vom. °hr getrennt; in der normalen Lage schließt sie genau an dasselbe an, beim Laden
klappt mau sie auf, um die Patrone von oben einschieben zu können. DurchHebel an der Achse einer exzentrischen Welle wird das Aufklappen und Zurück-jagen der Kammer bewirkt; die Exzentrizität der Welle hat zur Folge, daß beimUrückschlagen die Kammer zugleich kräftig nach vorn geschoben und gegen das konisch^gearbeitete Laufende gedrückt wird. Nächst dem Zündnadelgewehr ist diese Art^ Verschlusses jedenfalls die sicherste und beste im Vergleich zu allen bisher bekann-Systemen zum Laden von hinten. Der Piston für das Zündhütchen ist anf der»lern Seite der Kammer angebracht und das Schloß dem entsprechend modifizirt.. ^ dieser Methode mag man schneller laden als bei der gepflasterten Kugel oder^wst beim Delvigneschen, Thouveninschen oder Miniöfchen System, allein keineswegsschnell als beim Zündnadelgewehr, schon weil ein Aufsetzen des Hütchens erfor-°Mch ist.
Von den im Zollvereinsdepartement ausgestellten Pistolen standen unstreitig" ku an die Arbeiten von I. A. Kuchenreuter in Regensburg . Das schönste»ar Scheibenpistolen, mit Etui und Schießapparaten, mit herrlich gravirten stähler-^ Läufen und den geschmackvollsten Reliefverzierungen und Einlagen in Gold und, "ber, kostete nur 550 Gulden, ein verhältnißmäßig sehr billiger Preis. Die Läufejen feine Haarzüge.
^ Zwei Pistolen mit Etui und Zubehör zu 350 Thaler von V. Chr. Schilling, Suhl waren ebenfalls äußerst geschmackvoll gearbeitet und besonders schön gcavirt,gefalzten Läufen in sehr feinem Türkischem Damast (wohl Lütticher Ursprungs)j niit einer eigenthümlichen Konstruktion des Schlosses, das ohne alle Schrauben
ouun,engesetzt wird.
^ Von Ludwig Sauerbrey aus Zella eine sehr schöne Doppelbüchse aus einem^jßstahl zum Preis von 450 Rthlr., auf Spitz- und runde Kugeln einge-Das Schloßblech war besonders schön mit Gold ausgelegt,s, 3e unzweifelhafter es ist, daß Deutschland in der Anfertigung feiner Damast-*wch hinter Lüttich zurücksteht, um so mehr verdienen hier die Leistungen von^ o b ert Anschütz in Zella hervorgehoben zu werden, indem die ausgestellten Flinten-Büchsenläufe von dem gewöhnlichsten Draht- bis zum feinsten Türkischen undjendaincist einen äußerst erfreulichen Fortschritt nach jenem Ziele bekundeten.
, Von den sonstigen Ausstellern erwähnen wir noch C. G. König und Söhne^ Koburg und Fr. Weiland in Kofel, wegen vorzüglicher Leistungen in Scheiben-jtolen; ferner I. C. Kehl aus Berlin, A. Brecht aus Weimar , F. Th. Thü-.j» in Meißen, Blanke in Naumbnrg, W. Hanau in Gera und W. Südlich' Posen .
Von Militairgewehrm hatte nur die Königl. Württembergische Fabrik