724 IX. Klaffe. Landwirthschaftliche Gercithe.
Vermehrung des Ertrages wirkt, und wieviel sie dagegen an Aus-besserung, Abnutzung und Zins kostet. In Bezug auf den Zins gehörteine gewisse Ausdehnung der Wirthschaft dazu, um den Aufwand füreine Vergrößerung des stehenden Kapitals Vortheilhaft zu machen.kleinere Landwirth dagegen, der mit den Seinigen selbst Hand anlegsthat noch ferner zu erwägen, ob er die ersparte Zeit in anderer Weistgleich nützlich verwenden könne, was keineswegeö immer sogleich derFall ist, obgleich es mit der Zeit, bei fortwährend gesteigertem Betriebstnicht ausbleiben wird. Die Lohnarbeiter endlich, die von Maschinenaußer Thätigkeit gesetzt werden, können für den Augenblick in eine Be-drängnis; gerathen, die auch von volkswirthschaftlicher Seite zu beklagenist. Die Einführung arbeitsparender Maschinen schreitet allerdings un-aufhaltsam fort, aber man muß wünschen, daß sie da, wo die verdräng"ten Arbeiter nicht alsbald andere Verrichtungen finden, nur allmähligerfolge.
Die Britischen landwirthschaftlichen Geräthe sind schon zu ver-schiedenen Zeiten beschrieben und abgebildet worden. Ueber den neuerenZustand derselben ist bei London (in seiner Encyklopädie der Land-wirthschaft, Deutsch in 2 Bänden, 1826 und 1833), I. Allen RaN-some (11i« iwploineirts ok aAricultrire, Uonci. 1843) und Dr. HallU»(die landwirthschaftlichen Geräthe und Maschinen Englands, BraUN-schweig 1845) ausführliche Belehrung zu finden, indeß wird sich ausdem Folgenden ergeben, daß auch seit dem Erscheinen der beiden letztenWerke wieder vieles verbessert oder ganz neu hinzugefügt worden ist.
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Die Britischen Pflüge im Allgemeinen.
Seit dem entferntesten Alterthume steht der Pstug in hohen Ehren. An devBildwerken des alten Aegyptens erscheint er häufig als Sinnbild der wohlthätig^Kunst, welche das Roß und den Stier zur Arbeit und die Erde zur Vervielfältigungder Aussaat zu zwingen weiß; der Kaiser von China führt jährlich einmal den Pstug'um das Geschäft des Sandmanns in seiner hohen Würde darzustellen; die Dickst^und die frommen Sagen aus dem Kindheitsalter der Menschen preisen den Pfl^und dessen Erfinder, und dennoch hat man Jahrhunderte lang sich um die' Ba»aüdieses Geräthes nicht bekümmert und sich mit derjenigen Gestalt desselben be-gnügt, die durch Zufall in jeder Gegend einheimisch geworden war. Erst in de»>jetzigen Jahrhundert ist das Nachdenken häufiger und anhaltender auf die beste Be-schaffenheit des Pfluges hingewendet worden. Man hat sich überzeugt, daß die Ver-vollkommnung desselben neben der besseren Bearbeitung des Landes eine überaßgroße Kostenersparung zu Wege bringen kann, indem bei gewöhnlicher Pflugtiefe ei"guter Pflug immer mit 3 Zugthieren fortzubewegen ist, während man zu eine»'schlechten sehr oft 3, 4 und mehr Thiere nöthig hat; es wird also eine starke Ver-minderung des Spannviehes zu Gunsten des Nutzviehes möglich. Deutschland Er-sitzt zwar in manchen Gegenden schon lange ziemlich gute Pflüge, aber noch vor-züglichere find aus England und Belgien entlehnt worden, und wie viel auch