726 H Klasse. Landwirchschastliche Gerüche.
der wegen der dazwischen eindringenden Erde das leichte Herausschieben des abg'-trennten Erdstreifens erschweren muß. Bei den Belgischen Pflügen ist dieser kleineUebelstand vermieden. Ueberhaupt scheint an den Britischen Pflügen der sogenannteHals, d. h. der zwischen der Schneide der Schaar und der Aufsteigung des Streich-brettes liegende Theil, zu lang. Man könnte etwa 3 — 4 Zoll herausnehmen unddies wäre eine Verbesserung. Das eiserne, in der Regel gegossene Streichbrett h<tdiejenige Wölbung, welche zum vollkommenen Wenden erfordert wird, bei welcheaber allerdings für das Zerkrümeln der Erde nicht gesorgt ist, d. h- die schrauben-förmige, und hängt hinten stark nach außen über. Der Hintere Theil des Streich-'bretts liegt nicht auf dem Boden auf, sondern verschmülert sich, als ob unten einStück ausgeschnitten wäre, bei manchen Eremplaren ziemlich stark. An vielen Pflü-gen ist die größte Höhe des Streichbretts so niedrig, daß man offenbar nur auf ge-ringe Tiefe pflügen kann, dagegen ist die Länge durchgehends größer als bei denbesseren Deutschen und Belgischen Pflügen. Diese größere Länge des Streichbrettsund folglich des ganzen Pflugkörpers wird von Pnsey (keimet, S. 4) so erklärt'Man hatte bis vor Kurzem minder lange Pflüge, aber es zeigte sich bei den Pflug'proben der Königlichen Landwirthschastsgesellschaft, daß jene in schwerem Bodenstecken blieben, indem sich zu viel zähe Erde in die Vertiefung des Streichbrettesanlegte. England hat viel Thonbodcn und die Pflugarbkit muß des feuchteren Kli-mas willen häufig in einem nasseren Zustande des Bodens vorgenommen werden-So kam man dazu, den Pflugkörpcr zu verlängern. Für diese Einrichtung läßt sichferner anführen, daß bei gleicher Breite und Tiefe des Erdstreifens der Pflug alsein spitzerer Keil leichter eindringen müsse; allein da der umzulegende Erdkörper a»fden langen Vordertheil der Schaar und des Streichbretts einen größeren Druck aus-übt, so wird doch dieser Nutzen sehr zweifelhaft. Das Ankleben auf Thonboden läßtsich auch durch eine geringere Austicfung (Coneavität) des Streichbrettes verhüte»,welches überhaupt nicht für alle Fälle ein und dasselbe sein sollte. Doch verdientder lange Englische Pflug immer Beachtung ').
Einige Fabrikanten geben auf Verlangen auch Streichbretter von Schmiedeisen,welche weniger dem Brechen ausgesetzt und daher in steinigem Lande nützlicher, auchmerklich leichter sind, aber ungefähr doppelt soviel (etwa 10 statt 5 Sch.) kosten.
Das Messer ist durchgängig sehr genau und sein ausgearbeitet, gut verstähtund mit einer geradlinigen Schneide versehen. Der obere, zur Befestigung dienen^Theil ist häufig cylindrisch. Wenn das Messer durch den Grindel geht, der zu diese»'Behufe entweder durchkocht oder gespalten ist, so muß es freilich im Durchschnittviereckig sein. Meistens ab§r geht dasselbe au der Landseite des Grindels herab,wird mit Schrauben befestigt und kann zugleich vermittelst einer besonderen Vor-richtung nicht allein länger und kürzer, sondern auch in einen beliebigen Winke'gegen die Horizontalfläche gestellt werden.
Ransome giebt Abbildungen von drei solchen Vorrichtungen zum Stellen u»bDrehen des Messers, die sich mit Worten nicht wohl erklären lassen; wir habe»jedoch noch eine andere neuere angetroffen, die zugleich bei den Nordamerikanische»Pflügen herrschend ist. Sie besteht aus einem starke» viereckigen eisernen Rah»»der so um Grindel und Messer gelegt wird, daß er das letztere an jenen mit H»^'einer Schraube fest andrückt. Er kommt oben in den stumpfen Winkel zu lieg'»'den das herausragende Ende des Messers mit dem Grindel bildet und geht unter;halb des letzteren ebenfalls durch den stumpfen Winkel beider Theile. Es ist hierb"nur eine einzige Schraube nöthig.
Ein Radgestell, an welchem die Zugthiere angespannt werden und auf welch'"'der Grindel aufliegt, ist hier nicht zu erblicken. Alle ausgestellten sind im weiter'»Sinne des Wortes Schwingpflüge, d. h. am vorderen Ende des Pflügbau»'(Grindels) angespannte, die bekanntlich auch in Deutschland von vielen unterrichtet»