§. 206. Die Britischen Pflüge im Allgemeinen. 727
^ndwirthen vorgezogen werde», weil sie sich durch Einfachheit, Leichtigkeit und Wohl-^flhnt empfehlen, auch der Schaar leichter das Ausweichen Lei einem HindernisseSestatte». Indeß hat man doch meistens ein oder zwei Räder, und zwar häufiger
letztere Zahl, statt der Belgischen Stelze zur Unterstützung beigegeben und zwar"' daß sie in dem Pflugbaum befestiget werden. Diese Räder sind ganz eisern, dasü"ke ist kleiner, weil es auf dem eingepflügten Lande läuft und also höher zu stehen^Niint, und beide stehen an verschiedenen Achsen, welche an senkrechten, zu dem Grin-^ heraufgehenden eisernen Stangen sitzen, so daß es leicht ist, die Räder sowohlw wagrechtcr Richtung zu verschieben, als höher und niedriger zu stellen. Diesebricht,n,g ist freilich kostbarer und umständlicher als die einfache Stelze desSchwerzischen Pfluges, allein die Reibung am Boden ist wegen der wälzenden^kwegnng kleiner und der Gang des Werkzeuges leichter zu leiten. Sowohl dieVertheidiger als die Gegner des Radgestelles können in dieser Bauart eine Bestäti-gung ihrer Meinung finden, denn sie ist ein Mittelweg zwischen den beiden Ertre->"e». Die Anspannungsbügel find von verschiedener Beschaffenheit, meistens mit"nem Kamm oder einer durchlöcherten gebogenen Stange zum Seicht- oder Ties-^iügen und mit einem größeren durchlöcherten Bogen zum Breit- oder Schmal-ÜÜügen. Die Engländer nennen übrigens nur den Pflug mit nicht unterstütztemdflngbaum Sevingxlviigli und der Käufer hat gewöhnlich die Wahl, sich mit diesemin begnügen, oder ein einziges Rad oder zwei Räder hinznzllnehmen. Man hat sichNatürlich bemüht, die Richtung des Znges so viel als möglich derjenigen Lage zunähern, die sie bei einem vollkommenen Schwingpsiuge haben soll, indem man ober-halb des Streichbrettes an dem Theile, den wir Griessänle nennen, einen Hakenanbrachte und von ihm eine kettenartig gegliederte Stange zu dem Bügel am Vor-dertheile des Grindels gehen ließ. Die Zuglinie verläßt also die Krümmung desGrindels und erreicht den Pflugkorper nicht weit von dem Mittelpunkt des Wider-ltandes, welches in dem Winkel zwischen dem Streichbrette und der Landseite und ingeringer Höhe über der Sohle liegen muß.
Eine Eigenthümlichkeit, die außer England noch in Belgien vorkommt, besteht"r dem bei manchen Pflügen angebrachten Schäl Messer (slcim). Dasselbe dientZu», Bearbeiten der obersten Erdschicht, etwa einige Zoll tief, nm hier die Gras-,^nkrantwurzeln oder die Stoppeln wagrccht abzuschneiden und schon etwas umzulegen.Das Skim, vermittelst einer Stange im Pflngbaum befestiget, arbeitet der Schaard°r, stxht aber höher und etwa einen Fuß weit vor dem Messer. Die Gestalt diesesTheiles ist nicht gleichförmig; öfters ist derselbe ein verjüngter Pflug mit SchaarUnd Streichbrett. Es versteht sich, daß man beim Pflügen eines nicht sehr durch-wachsenen Bodens dies Skim nicht nöthig hat und es also, wenn es vorhanden ist,ubniinmt.
Was nun die einzelnen ausgestellten Pflüge betrifft, so läßt sich die Güte einesPfluges nach den vielen hierüber gemachten Erfahrungen wohl im Allgemeinen schonaus den, Anblick beurtheilen, doch wird dies nicht mit voller Genauigkeit geschehenE°u»en. Das Preisgericht hat daher Pflugversuche angeordnet, die mit aller Sorg-lult theils auf Mechi's Gut zu Tiptree bei Kelvedon, theils zu Pnsey, theils auf"uer Kleestoppel bei Hounslow unter der Leitung dreier dazu beauftragter Mitglieder^'genommen wurden. Hatte man ausländische Pflüge vor sich, bei denen Niemandüber die nöthigen Handgriffe Auskunft ertheilen konnte, so war der Versuch allerdings'Ncht so entscheidend, als bei den Englischen, weil hier die Verfertige» oder andere^°u denselben abgesendete Personen zugegen waren und also die Stellung sowohl^ die Führung so geschah, wie es die Natur jedes Pfluges erfordert. Nach denErgebnissen dieses Prvbepflügens sowie nach der Vergleichung der Pflüge in ihrer^nzen Einrichtung sind unter den Englischen vier als die vorzüglichsten anerkanntworden, und Niemand wird bei aufmerksamer Betrachtung dies Urtheil für unbe-