tz. 214. Scarrifikatorcu, Grubber und Kultivatoren. 741
dafür eher des Ausdrucks Kultivator , worunter wir aber den Häufelpflug ver-^hm. Es ist eine große Mannigfaltigkeit von solchen Gerathen Lenkbar, indemtheils die Eisen sehr verschiedene Gestalt und Richtung erhalten, theils wiederMehrere Arten von Eisen mit einander in Verbindung gesetzt werden können, endlichauch die Bearbeitung in ungleicher Breite geschieht. Der früherhin oft genannteVcißpflug von Beatson. Alsen's Drewshofer Instrumente, der NorddeutscheTrümer oder Krümlcr sind bekannte Beispiele. Sucht man sich diese Pferdehacken(fv wäre vielleicht die ganze Klaffe am besten zu nennen) durch einen Ueberblick der^'kommenden Zwecke und Mittel zu verdeutlichen, so kann man so unterscheiden:
1. Der Boden soll durchschnitten werden, und zwar senkrecht (das Unkraut,Rasen und die Schollen) oder wagrecht (die Wurzeln des Rasens, des Unkrauts,
der Stoppeln). Es sind also theils Messer nöthig, denen des Pfluges ähnlich, theilsbreite horizontale Schaareu.
Eine aus Hanim'sBuch bekannte und in Deutschland schon eingeführte Art von^isen finden wir in England häufig benutzt, nämlich ein senkrecht herabgehendes"ud dann wagrecht umgebogenes Messer, welches also in beiden Richtungen schneidet,^ie Umbicgung ist theils eine krumme Linie, theils ein scharfer rechter Winkel.
2. Die Erde soll durchwühlt werden. Dies erheischt keilförmige, schief gegendk>l Horizont gestellte Eisen von einiger Breite. Will man zugleich die Erde zur^ite.schieben und eine kleine Furche bilden, so müssen die wirkenden Theile nochweiter sein und nach beiden Seiten einige Wölbung haben, wie Schaaren.
Eine andere Verschiedenheit ist diese: Einige Pferdehacken bearbeiten das Landeiner gewissen Breite vollständig und erfordern mithin ein leeres Feld, andere sinda»f die Reinigung und Lockerung der Zwischenräume zwischen den Reihen von Ge-wachst,, berechnet und entweder ganz schmal, oder bei niedrigen Pflanzen so einge-richtet, daß letztere zwischen den arbeitenden Theilen und unter dem Gestelle unver-bleiben.
Der Gebrauch dieser Geräthe vermag eine große Arbeitsersparung zu gewähren,^uiir hat es Vortheilhaft gefunden, die Weizenstoppeln im Herbste mit dem Scarri-mator 2 Zoll flies zu durchschneiden, wodurch die Unkrautwurzeln zerstört werden,^le fix Uefer hinab dringen. Eine 5 Fuß breite Pferdchackc, von 6 Pferden gezogen,^fetzt also vollkommen eine Ozöllige Pflngfurche, welche 2 Pferde erfordert. Freilich^ird. gor Winters auch noch gepflügt, aber im Frühling vor der Rübensaat ist"a»u pgz einmalige Pflügen neben zweimaliger Bearbeitung mit der PferdehackeNirgend. >)
Unter den Britischen Geräthen dieser Art ist Nr. 142 Garrett's patent""rse-lioe mit der großen Medaille belohnt worden, nachdem sie dem VerfertigerMischen 1841 und 1850 von 25 landwirthschaftlichen Versammlungen Preise erwor-hatte und von sehr vielen Englischen Landwirthen erprobt worden war, s. Zll.S. 376.
. Eine ganz eigenthümliche, künstliche Vorrichtung! Die arbeitenden Eisen sindin einem festen Gestelle, sondern etwa wie die Hämmer einer Walkmühle oder^>>es Pianoforte in langen horizontalen Stangen befestigt, die an einem Ende an^Uer Achse sitzen und folglich auf- und abwärts ein freies Spiel haben. Znr SeiteMarien sie nicht ausweichen, weil sie in oben offenen eisernen Gabeln liegen. Die^festigung der wagerechtcn Stangen an der Querachse gestattet ein beliebiges Stellen""i Schrauben, sowie auch die Gabeln hin- und hergerückt werden können, so daß">»n die Abstände der Eisen ganz nach Gefallen abmessen kann. Sollen sie aufhörenarbeiten, so bewirkt ein Druck auf einen Hebel, daß an einer höheren Achse zweiMädchen sich drehen und 2 Ketten anziehen, wodurch ein unter den HorizontalstangenZausender Querbalke dieselben sämmtlich emporhebt. Derselbe Balke verhindert""ch, daß die Eisen tiefer eingehen, als mau gerade beabsichtiget. Dagegen werden