Band 
Erster Theil.
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769
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§. 224. Bauart der Dreschmaschinen. 769

erwarten, wenn sich nicht ebenfalls andere einträgliche Beschäftigungendarbieten.

Da wir diese Betrachtungen wirthschastlicher Art hier nicht ver-folgen dürfen, so wenden wir uns gleich zur technischen Seite.

') Wenn der Landwirth sein Stroherzeugniß verfüttert, so kommen ihm aller-dings die darin zurückgebliebenen Körner einigermaßen wieder zu Gute, allein diesfindet gewöhnlich nur bei dem Stroh des Sommergetraides statt. Was in den, ver-käuflichen oder eingestreuten Strohe bleibt, ist als verloren anzusehen.

§. 224.

Bauart der Dreschmaschinen.

Es würde überflüssig sein, hier die verschiedenen Mittel zn erwähnen, die manverschiedenen Zeitaltern und Ländern znm Ausschläger, der Körner aus den Aehren«»gewendet hat. Doch verdient der in der ägyptischen Abtheilung unter Nr. 174«ufgestellte Dreschwagen, dlvrreg saus welchen, der Katalog eine Säemaschtue macht!),«is ein Ueberrest alter Zeiten genannt zn werden,') wie denn überhaupt in der Aus-tlellung alle Perioden der gewerblichen Kunst durch die Beiträge verschiedener Erd-theile und Länder vertreten waren. Bei den neueren Dreschmaschinen giebt es keineverschiedenen Systeme mehr, zwischen denen etwa noch zn wählen wäre, ein einzigesA vielmehr znr ausschließlichen Herrschaft gelangt.

Großbritannien . Alle ausgestellten Dreschmaschinen gehören zu einer und der-selben Gruppe, nämlich zu dem 1785 von dem Schotten A. Meikle ausgebuchten Systemeiner Trommel (clrnm) mit Schlagleisten (beaters) und einer cylindrischenUmge-bung, Mantel (concnve), die der Trommel auf einem Theile ihres Umfanges so nahesieht, daß keine Aehre „„zerbrochen hindurch schlüpfen kann. Die Trommel läuftllhr schnell, etwa 70Ü—1000 mal in der Minute um, und giebt also 4 — 6 mal sodiel Schläge. Dies System hat in. Einzelnen sehr viele Abänderungen und Ver-esterungen erfahren. In England war Tunstall der erste Urheber einer Ver-esterung, und in neuerer Zeit ist hierin sehr Vieles geleistet worden. Der sich dre-hende Rechen wurde nach A. Raiisomes Vermuthung von I. Bailie hinzuge-fügt.^) In Süddeutschland find z. B. Maschinen nach der Bauart von Hoff-«>»„„ in Nancy anzutreffen. Die heutigen Englische» Maschinen bieten manche^Merkenswertste Veränderungen dar.

Zuvörderst sind die Znführimgswalzen, die das Getraide zwischen sich hineinzie-hen und der Trommel überliefern, größtentheils aufgegeben, dafür wird das Getraide"bei, eingeworfen, so daß es von selbst zwischen Brettern in den Zwischenraunibvischen Trommel nnd Mantel gelangt. Hiedurch wird es möglich, eine weitgrößere Menge von Halmen in gleicher Zeit durch die Maschine laufen zu lasten.

Trommel ist bei einigen Maschinen ganz mit Blech beschlagen, ein wahrer Cy-iuder (rvliole-tlriun), bei anderen ist statt dessen nur der Rahm mit den Schlag-iustei, vorhanden, und bei der großen Zahl der Umdrehungen in der Minute hatwenig zu besorgen, daß Aehren in die Höhlung der offenen Trommel fallen kön-nen, obschon das Schließe» derselben dennoch den Vorzug verdienen mag. DieListen sind bei einigen Maschinen von Holz n»d nur auf der wirkenden Seite mit^sten beschlagen. Man glaubt, daß hiedurch das Zerquetschen der Körner, welches^sonders bei der Gerste dem Malzen schadet, verhütet werde. Der Mantel bestehthus eine», eisernen Gitter von verschiedener Form. Wesentlich ist, daß man ihm,ie »ach der Art des Getraides, einen größeren oder kleineren Abstand von der Trom-'«A geben kann, weshalb er gewöhnlich mit einem Gelenk und mit Schrauben ver-'°hkn ist. Einige Verfertiger setzen ihn «nS 2 oder 3 Stücken zusammen, die zwarI. 49