Band 
Erster Theil.
Seite
770
JPEG-Download
 

770 IX. Klasse. Landwirthschaftliche Geräthe.

an einander hängen, aber besonders gestellt werden. Der Zwischenraniu darf obenetwas größer sein als nuten. Nachdem die Körner anö dem Bereiche der Schlägeran der Trommel herausgetreten sind, wurden sie srüherhin einem sich rasch drehendenRechen mit 4 Armen und eisernen Spitzen zugeführt, der die Halme fortschob, wäh-rend die Körner durch ein Gitter hinabsielen. Dieser Rechen ist fast allgemein auf-gegeben und durch eine neue Erfindung, den Strohschüttler (stravv-sliatror) er-setzt worden, den übrigens schon A. Ransomes (S. 158) bei der, auf dem Gutedes Lord Ducte hergestellten Dreschmaschine erwähnt und dem dortigen Verwalter

I. Morton zuschreibt. Eine bewegliche Unterlage rüttelt das Stroh und bewirktdadurch, daß die Körner, freilich auch alle Spreublättchen und Halmstückchen, senk-recht herabfallen. Die Bewegung des Schüttlers geschieht von der Dreschmaschineaus. Wir finden 3 Arten von Schüttelvorrichtnngen.

1. Eine Anzahl hölzerner Stangen liegt Wagerecht nebeneinander, mit kleinenZwischcnräumen. Vermittelst einer Kurbel erhalten die Stangen eine kleine Bewe-gung auf- und abwärts, und zwar so, daß immer die eine sich hebt, während ihrebeiden Nachbarn sinken, und das Stroh rückt zugleich aus den Stangen fort.

2. Vier lange Rahmen, mit Blech beschlagen, welches viele runde Löcher hat,liegen nebeneinander und bewegen sich abwechselnd auf und nieder, so daß z. B. 1und 3 steigen, 2 nnd 4 sinken und umgekehrt; der durchlöcherte Strohschütt-ler, perkoratoü stiarv-slialeer.

3. Der von Will. Robinson in Halsham (Nr. 125) abgesondert aufge-stellte Schüttler ist ein Rahm mit 9 Querleisten, wie eine Bettstelle. Jede dereisernen Leisten ist etwa 4 Zoll breit und dreht sich mit einer durch ihre Länge lau-fenden Achse um, so daß sie bald wagerecht, bald schiefe bald senkrecht steht n. s. fnnd das auf den Leisten liegende Stroh bewegt, zugleich aber auch fortschiebt.

An den größeren Maschinen ist unterhalb der Dresch- nnd Schnttelvorrichtungzugleich die Staubfege mit Windflügeln angebracht. Die kleinsten Maschinen habenkeinen Schüttler, sondern nur ein mehr oder weniger stark geneigtes hölzernes Gitter,anf dem das Stroh herabgleitet.

Mehrere Maschinen sind so eingerichtet, daß die Halme parallel mit der Trom-mel,der Länge nach" (Iongl>trva)-s) eingelegt werden. Die Absicht Hiebei ist, dasStroh weniger zu zerknittern, damit es besser verkäuflich bleibe. Da die Maschinehiezn die der Halmlänge entsprechende Breite haben muß, so wird sie kostbarer underfordert wegen der größeren Trommel auch etwas mehr Triebkraft. Daher würdefür denjenigen Landwirth, der das Stroh nur zu seinem eigenen Verbrauch bestimmt,die ältere Einrichtung den Vorzug verdienen, wobei die Halme mit den Aehren vor-aus rechtwinklig gegen die Trommel eingebracht werden.

Der Name boltiuA inaclüues, mit dem man jene Maschinen belegt, erklärt sich dar-aus, daß das aus ihnen kommende Stroh in Büschel, bunülos oder bolts, gebundenwerden kann. Weil aber Lei dieser Einrichtung jeder Halm schneller durch die Maschinegeht nnd zu besorgen wäre, daß die Aehren nicht genug ausgeschlagen werden, sthat man es für nöthig erachtet, den Mantel (Haube) so einzurichten, daß er eine»größeren Theil von dem Umfange der Trommel umschließt.

Die Königliche Landwirthschafts-Gesellschaft hat wiederholt genaue vergleichendVersuche über verschiedene Dreschmaschinen angestellt nnd durch Veröffentlichung derErgebnisse einen Anstoß zn weiteren Verbesserungen gegeben. Bei den von Hunt(I. 187) mitgetheilten Versuchen zn Ereter erforderte noch eine Maschine von ClaY-ton zn gleicher Leistung 2^ mal so viel Kraft als die am leichtesten zu bewegendevon Hensman. Die neuesten Erfahrungen finden wir in Pnsey's. Report ^42 44 aus der Feder von H. S. Thomson. Ein Auszug wird hier an sei»^Stelle sein. Die erste Spalte enthält die erforderliche Zähl von Pserdekräften, nin i»1 Minute 2^ Centner Walzengarben auszudreschen, worin also das Maaß des Kraft-